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Rhein-Kreis Neuss: Sozialpolitiker sehen keinen Bedarf für das Projekt "Wohnen für Hilfe"

Antrag im Rhein-Kreis : Politiker sehen keinen Bedarf für Wohnhilfe-Projekt

Die Idee war nicht schlecht, dennoch sehen die Kommunen laut Bericht der Kreisverwaltung offensichtlich keinen Bedarf. Trotzdem wurde über das Konzept „Wohnen für Hilfe“ in der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses heftig diskutiert.

Worum es ging? Um den Antrag der Fraktion UWG Rhein-Kreis/Aktive Bürger Gemeinschaft-Die Aktive. Die hatte in einem ersten Antrag im November das Konzept „Wohnen für Hilfe“ auf die Tagesordnung gebracht. Das sollte die Kreisverwaltung umsetzen. Idee des Antrags war, Generationen zu verbinden und Wohnraum zu teilen. Dabei sollen junge Menschen, vornehmlich Studenten, mit älteren zusammengebracht werden, die Wohnraum anbieten können. Die „Jungen“ zahlen keine Miete, sondern erbringen vereinbarte Hilfeleistungen in Haushalt und Garten. Wichtig dabei: keine Pflegeleistungen.

Im November wurde der Antrag nach einstimmigem Beschluss zurückgestellt, um das Thema mit den Kommunen zu besprechen. Das wurde es dann auch bei der Sozialdezernenten-Konferenz im Mai. Ergebnis, von Kreisdirektor Dirk Brügge im Ausschuss vorgetragen: Neuss prüft Kooperation mit Düsseldorf, die anderen Kommunen sehen wegen geringer Nachfrage keinen Bedarf.

Damit gab sich Carsten Thiel, Fraktionsvorsitzender der UWG, nicht zufrieden, und änderte im Sozialausschuss den Antrag seiner Partei dahingehend, dass die Kreisverwaltung gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden ein Konzept für „Wohnen für Hilfe“ erstellen solle. Das ging nicht ohne Verständnisschwierigkeiten über die Bühne. Als die beseitigt waren, wurde der UWG-Antrag mit den Stimmen von CDU und FDP denkbar knapp abgelehnt: 13 Nein-Stimmen standen den zwölf Ja-Stimmen von UWG, SPD, Grüne, Linke, FdB und Einzelmandat Mankowsky gegenüber.

Kreisdirektor Dirk Brügge betonte noch einmal, dass der Rhein-Kreis nicht gerade der klassische Universitätsstandort sei. Das verwunderte insofern, als dass ansonsten bei den Vorteilen, die der Wirtschaftsstandort Rhein-Kreis zu bieten hat, gerne auch mit Neuss als Hochschulstandort gearbeitet wird. Angemerkt wurde auch, dass der Antrag der UWG keinerlei Angaben zur Finanzierung des Konzeptes beinhaltet hätte. Die Kreisverwaltung hatte recherchiert, dass eine finanzielle Förderung durch das Land „derzeit nicht ersichtlich“ sei.