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Rhein-Kreis Neuss: So läuft Immobilien-Messe Expo Real trotz Corona

Rhein-Kreis Neuss auf Gewerbeimmobilienmesse : Die Expo Real im Krisenmodus – und doch schon wieder auf der Erfolgsspur

Seit genau 20 Jahren begleitet Stephan Meiser, Unternehmenssprecher der Sparkasse Neuss, die Kommunen aus dem Rhein-Kreis Neuss bei der Immobilienmesse Expo Real in München. So sieht er den Neustart der Messe in der Corona-Krise.

Keine Messe ist wie die andere, neue Kontakte, neue Projekte, neue Geschäfte, klar, eine Binsenweisheit, dafür sind Messen schließlich da. Die Expo Real 2021 in München aber ist definitiv „anders“: Nach der Internationalen Automobilausstellung IAA wenige Wochen zuvor ist sie eine der ersten Messen nach anderthalb Jahren Corona-Zwangspause. Für Stephan Meiser, Direktor Unternehmenskommunikation der Sparkasse Neuss, ist es die 20. Expo Real seit Stadt und Rhein-Kreis Neuss, damals noch vertreten durch Bürgermeister Herbert Napp und Landrat Dieter Patt, die Sparkasse baten, den Messauftritt der Kommunen in München aktiv zu begleiten.

Die Motivation für unsere Messeteilnahme war von Anfang an klar und ist bis heute geblieben, sagt Meiser: „Weil es um mehr als Geld geht – nämlich um eine gute Entwicklung unserer heimischen Region zum Wohl aller, die hier leben. Gerade jetzt, unter extrem herausfordernden Rahmenbedingungen.“ Mit ihrer Präsenz auf der Messe signalisierten Kommunen und Geldinstitut, dass der Rhein-Kreis nicht nur über attraktive Standorte für Unternehmen und vielfältige Immobilienprojekte verfügt, sondern gleichzeitig mit der Sparkasse einen kompetenten Ansprechpartner für alle finanziellen Fragen bietet, der schnell und flexibel direkt vor Ort entscheiden kann.

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Dass die Expo Real für die Kommunen und ihre Partner - neben der Sparkasse waren aus Neuss in der Vergangenheit unter anderem auch der Bauverein und Stadtwerke dabei - mehr sind als ein Schaulaufen, zeigt beispielhaft Meisers Blick zurück auf die Messe 2001. Themenschwerpunkte waren damals unter anderem die Gewerbegebiete „Am Blankenwasser“ im Neusser Süden und „Top West“ in Dormagen – inzwischen längst entwickelt und erfolgreich etablierte Adressen, die für viele Arbeitsplätze stehen. Auch Areale im Neusser Hafen standen schon 2001 auf der Agenda, ebenso wie der Bau der neuen A44-Rheinbrücke, die wenige Monate später für den Verkehr freigegeben wurde und entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich – jetzt mit schneller Anbindung an den Flughafen Düsseldorf – viele bekannte Unternehmen wie etwa Epson oder Kyocera in linksrheinischen Gewerbegebieten, vor allem in Meerbusch, angesiedelt haben. Die Expo Real, so Meiser, steht für Zukunftsthemen, damals wie heute. Jetzt sei es der Strukturwandel, der die Region vor Herausforderungen stelle, ihr aber auch neue Chancen eröffne. Darum ging es am Montag auch bei Gesprächen zwischen der Sparkasse und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.

In den Folgejahren wuchs die Expo Real stetig, immer mehr Kommunen nutzen den Messeauftritt in München, um die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich zu lenken und Kontakte zu knüpfen. Der Rhein-Kreis Neuss als Partner am Stand „Niederrhein“, die Stadt Neuss als Partner am Stand der Landeshauptstadt Düsseldorf. „Beide Konzepte waren sicher erfolgreich. Als sich dann in den letzten Jahren auch die Stadt Neuss am gemeinsamen Niederrhein-Messestand beteiligte, wurden Koordination und Kommunikation für uns als Messepartner natürlich leichter“, so Meiser beim Neustart der Expo Real nach dem Höhepunkt der Corona-Krise.

Apropos Krise: Der Sparkassen-Sprecher erinnert sich noch gut an die Expo Real 2008. Wenige Tage vor der Messe, am 15. September 2008, hatte die US-amerikanische Investment-Bank Lehman Brothers Insolvenz beantragen müssen – rückblickend ein Datum, das als Beginn der weltweiten Finanzmarktkrise gesehen wird. Auch wenn die Sparkasse und ihre Kunden damals nicht betroffen waren, das Thema überlagerte alles andere, da blieb für Investorenkontakte kaum Zeit. Rückblickend zeigte sich aber auch: Die Messe wuchs weiter und gewann auch international immer weiter an Bedeutung, als Ort, an dem Geschäfte gemacht, aber auch Kontakte geknüpft und gepflegt werden.

Und jetzt? Wie wirkt sich die Corona-Krise aus? Im Pandemie-Modus läuft das „Netzwerken“ natürlich nur gebremst, sagt Meiser. Viele Möglichkeiten der – auch spontanen – Begegnung, etwa bei Fachvorträgen, Präsentationen, Diskussionsrunden, fallen weg. Die Messeleitung achtet strikt auf die Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen. „Wir müssen vorübergehend umdenken: Alle Gespräche, Termine, Kontakte werden zeitlich und mit Blick auf die Zahl der Teilnehmer genau geplant und dokumentiert“, sagt der Unternehmenssprecher der Sparkasse. Der erste Messetag habe jedoch gezeigt: „Die Mühe lohnt sich, der Wunsch nach persönlichen Gesprächen ist groß. Auch wenn man häufiger auf die Uhr schaut oder warten muss, bis ein Besprechungsbereich frei geworden und desinfiziert ist.“ Zudem stoße das diesjährige Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Gewerbeimmobilien“ auf reges Interesse. Die Sparkasse sei optimistisch, viele Gespräche in Neuss fortzusetzen zu können und daraus resultierende Projekte bis zur Umsetzung begleiten zu können.