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Rhein-Kreis Neuss: Sanna Lindström hat die Corona-Pause kreativ genutzt

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : So hat das Brautmodelabel Sanna Lindström die Corona-Krise gemeistert

Das Brautmode-Label hat den Lockdown genutzt, um an Plänen für die Zukunft zu arbeiten. Eine Lifestyle-Linie soll im Herbst erscheinen.

Die Corona-Pandemie hat natürlich etwas Fahrt rausgenommen. Anfang 2020 hat das Brautmode-Label „Sanna Lindström“ mit der Villa Lindström sein neues Hauptquartier an der Trompeterallee in Mönchengladbach bezogen, privat zog die Mode-Expertin mit ihrem aus Korschenbroich stammenden Mann Simon Gincberg und Sohn Liam in das neue Eigenheim in Kleinenbroich. Doch statt beruflich in den nächsten Gang schalten zu können, sorgte die Corona-Pandemie erst mal für einen Tritt auf die Bremse. Auch die Hochzeitsbranche wurde knallhart erwischt. Sechs Wochen lang war auch das Brautmode-Label im Lockdown, keine Anproben, keine Kunden-Termine im Haus, der Umsatz ging in dieser Zeit zurück. Aber Sanna Lindström und Simon Gincberg – er ist Geschäftsführer operativ des Unternehmens – sind nicht nur kreativ, sondern auch Vollzeit-Optimisten. Sie haben die schwierige Zeit gemeistert. „Wir haben sie genutzt, um in die Marke zu investieren“, sagt Gincberg.

Via Social Media war Sanna Lindström weiter sehr aktiv, auch mit besonderen Aktionen wie Livetalks, Videodrehs oder einer Kampagne, bei der Gesichter für ein mehrtägig geplantes Fotoshooting gesucht wurden. Und jetzt, nach dem Lockdown, zieht das Tempo vor Ort in der Villa Lindström wieder an, der nächste Gang ist eingelegt. Das ist auch ein positives Signal, das in die ganze Branche strahlt. „Die Zahl der Neubuchungen an Terminen zieht bei uns merklich an“, sagt Gincberg. Und wer ein Hochzeitskleid kauft, der plant auch eine Heirat mit Feier und allem, was dazu gehört und mit Blick auf die aktuell gültige Corona-Schutzverordnung möglich ist. Für das Brautmode-Label sind die gebuchten Termine immens wichtig, denn unterm Strich geht es natürlich um den Verkauf von Kleidern. Aber wenn wieder Hochzeitsfeiern stattfinden und Kleider verkauft werden, dann entfaltet das eine Sogwirkung. Dass wieder geheiratet und gefeiert wird, ist für eine Branche wichtig, von der zahlreiche Dienstleister von der Gastronomie über DJs bis hin zur Hotellerie profitieren und die hart durch die Corona-Pandemie getroffen wurde. Unter dem Motto „Stand Up For Love“ hatten daher vor rund drei Wochen Dutzende Dienstleister aus der Hochzeitsbranche eine meterlange Hochzeitstafel auf dem Marienplatz in München aufgebaut, um auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam zu machen. Betroffen sind zum Beispiel Hochzeitsplaner, Musiker, Betreiber von Hochzeitslocations sowie Konditoren, die Hochzeitstorten backen, oder Hochzeitsfotografen. Und der Bund deutscher Hochzeitsplaner hatte sich Anfang Juni in einem Schreiben an die Bundesregierung gewandt, um auf Umsatzausfälle aufmerksam zu machen.

Es sind keine einfachen Zeiten, die diese von Emotionen stark lebende Branche durchschreiten muss. Das Brautmodelabel „Sanna Lindström“ jedenfalls hat das Beste daraus gemacht, die beiden Gründer, Vollzeitoptimisten und Eheleute blicken denn auch positiv und gut aufgestellt in die Zukunft – auch wenn natürlich noch längst nicht alles so ist wie vor Beginn der Pandemie. Die Pläne für die Zukunft stehen. Bis Jahresende soll unter anderem die Midsommar-Kollektion mit farbigen Kleidern als Lifestyle-Linie auf den Markt kommen. Und privat haben Simon Gincberg und Sanna Lindström den Lockdown genutzt, um sich in ihrem neuen Zuhause in Kleinenbroich einzurichten.