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Rhein-Kreis Neuss: Rohstoffmangel bremst Industrie-Wachstum

Konjunktur im Rhein-Kreis Neuss : Rohstoffknappheit bremst Industrie

Experten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein haben Daten zu den Umsätzen der Industrie ausgewertet. Sie registrieren zwar ein Erholung. Zugleich tritt aber ein Problem deutlich hervor: der Rohstoffmangel und teurere Vorprodukte. Das hat Folgen.

Es geht aufwärts. Die Industrie ist auf Erholungskurs und die Konjunkturlokomotive der Region, das Vorkrisenniveau ist allerdings noch nicht erreicht – das gilt auch für die Industrie im Rhein-Kreis Neuss. So lautet das Ergebnis einer Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Die IHK-Experten haben die Daten zum Industrieumsatz für die Monate April und Mai von IT.NRW ausgewertet und die Ergebnisse nun vorgelegt. Das teilt die IHK mit.

 Jürgen Steinmetz ist Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.
Jürgen Steinmetz ist Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Foto: IHK

Am Mittleren Niederrhein insgesamt lag der Industrieumsatz in den beiden Auswertungsmonaten 13 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. „2020 hatte die Pandemie deutliche Spuren hinterlassen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Daher vergleicht die IHK die Werte auch mit dem Jahr 2019. „Dabei zeigt sich, dass der derzeitige Industrieumsatz acht Prozent unter dem Wert von 2019 liegt“, so Steinmetz. Im Rhein-Kreis liegt das Plus der Umsätze in April und Mai dieses Jahres im Vergleich zu 2020 bei 16 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2019 war der Industrieumsatz aber noch um neun Prozent niedriger.

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Der IHK-Hauptgeschäftsführer geht davon aus, dass die Rohstoffknappheit und die dadurch bedingte Verteuerung verschiedener Vorprodukte den Aufschwung in der Industrie abgebremst haben. „Ich hoffe, dass sich die Situation im Jahresverlauf noch entspannt“, so Steinmetz. „Wir sind auf die Umsätze der Industrie angewiesen, weil viele andere Branchen nach den pandemie-bedingten Einschränkungen gerade erst wieder auf die Füße kommen.“

Insbesondere ihren Auslandsumsatz konnten die Industrieunternehmen am Niederrhein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Das Plus beträgt 16 Prozent, liegt aber noch sechs Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Im Frühjahr 2020 waren pandemie-bedingte zum Erliegen gekommen. Zurzeit ergibt sich dagegen ein ambivalentes Bild. Steinmetz: „In wichtigen Volkswirtschaften, wie den USA und China, ist die Nachfrage bereits seit Jahresbeginn wieder hoch. In anderen Ländern dagegen läuft die Konjunktur aufgrund der bis zum Frühjahr aufrecht erhaltenen pandemie-bedingten Einschränkungen noch nicht wieder auf Hochtouren.“

Mit Blick auf die einzelnen Branchen zeigt sich, dass wichtige Leitbranchen des Mittleren Niederrheins in diesem Jahr auch ein überdurchschnittliches Plus im Vergleich zu 2020 erzielen: die Chemische Industrie (23 Prozent), die Metallerzeuger (21 Prozent), die Hersteller von Metallprodukten (31 Prozent) und der Maschinenbau (22 Prozent). „Allerdings sind von diesen Branchen nur die Chemische Industrie und die Hersteller von Metallprodukten auf dem Weg, bald wieder Vorkrisenniveau zu erreichen“, so Steinmetz. Bei den Metallerzeugern und im Maschinenbau sind die Umsätze noch um zehn Prozent und mehr vom Vorkrisenniveau 2019 entfernt.

Steinmetz hofft, dass die Bedeutung einer wettbewerbsfähigen Industrie auch im Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen wird. „Mir fehlen Impulse, wie die Rahmenbedingungen der verarbeitenden Branchen verbessert werden“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. „In vielen Wahlprogrammen kommt es nach meiner Einschätzung eher zu Belastungen als zu Entlastungen der Industrie.“

(NGZ)