Rhein-Kreis Neuss profitiert von der Metropolregion

Zusammenarbeit : Metropolregion will Mobilität fördern

Im Alter von einem Jahr können Menschen gerade einmal krabbeln. Große Sprünge und schnelle weite Wege sind da nicht drin. Bei der Metropolregion Rheinland, die im Februar ihren ersten Geburtstag nach der Gründung im vergangenen Jahr feierte, hat man sich in Sachen Mobilität deutlich mehr vorgenommen.

„Wir haben die Vision von einem gut ausgebauten Mobilitätsraum in der Metropolregion Rheinland für Menschen und Güter“, sagt Ernst Grigat, Geschäftsführer der Metropolregion. Der Rhein-Kreis Neuss soll in diesen Raum „aufs Engste“ eingebunden werden.

Ein konkretes Projekt hat mit der Grenze der Verkehrverbünde VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) und VRS (Verkehrsverbund Rhein Sieg) zu tun, auf der sich der Rhein-Kreis befindet: „Wir wollen mit dazu beitragen, das Ticketsystem zu vereinfachen, zum Beispiel wenn man von Neuss nach Köln fährt und dabei auch Busse benutzen muss“, erklärt Grigat. Dazu sei man bereits in Gesprächen mit den Verantwortlichen. Das heutige Ticket-System, wenn man von einem in den anderen Verbund fahren möchte, ist laut Der Metropolregion Rheinland (MRR) kompliziert. Meist brauche man ein Ergänzungsticket oder ein weiteres Ticket. „Das hält ungeübte Bürger eher davon ab, öffentliche Verkehrsmittel spontan zu nutzen“, sagt Grigat. Die Metropolregion Rheinland hat es sich zum Ziel gemacht, „die vielfältigen Kräfte“ zu bündeln und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, „um das Rheinland weiterzuentwickeln“.

Die große Region umfasst räumlich 23 Landkreise und kreisfreie Städte sowie die Städteregion Aachen in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln. Mitglieder des Vereins sind darüber hinaus die sieben Industrie- und Handelskammern und drei Handwerkskammern des Rheinlands sowie der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 331 Milliarden Euro – diese Zahlt stammt noch aus dem Jahr 2014 – ist das Rheinland die mit Abstand größte und wirtschaftsstärkste Metropolregion in Deutschland und verfügt über das höchste Arbeitsplatzangebot.

Der Rhein-Kreis gehört zu den 35 Gründungsmitgliedern der Metropolregion Rheinland. Wie positioniert er sich im neuen Bündnis? „Der Rhein-Kreis Neuss liegt für uns im Zentrum der Region und somit mitten im Rhein-Korridor. Er ist auch ein Stück weit Bindeglied zum Niederrhein“, sagt Grigat. Eine Stärke seien Städte direkt am Fluss wie Neuss und Dormagen in Verbindung mit ländlich geprägten Bereichen, wo es noch Platz und damit Möglichkeiten zur Expansion gibt, etwa für die Logistik. „Die Metropolregion Rheinland soll eine starke Marke werden, und damit möchten wir auch dem Rhein-Kreis helfen, sich international noch besser zu positionieren“, betont der Geschäftsführer. Und auch politisch finde eine Metropolregion Rheinland, die der Wirtschaftsmotor Deutschlands sei und rund 8,6 Millionen Einwohner repräsentiere, in Berlin und Brüssel mehr Gehör als einzelne Städte und Kreise. Gemeinsam hat man dort mehr Gewicht – und wird besser wahrgenommen.

Als wirtschaftsstärkster Kreis in NRW sei der Rhein-Kreis Neuss auch ein starkes Stück der Metropolregion Rheinland, betont Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. „Gemeinsam wollen wir weiter an den guten Zukunftschancen unserer Region arbeiten, auch um Unternehmen anzusiedeln. Ganz wichtig bleibt dabei die Verkehrsinfrastruktur, hinzu kommt die flächendeckende Digitalisierung.“  

Für die Zukunftsfähigkeit einer Region ist eine moderne und gut ausgebaute Infrastruktur nach Aussage des Metropolregion Rheinland unabdingbar. So wurde bereits eine Rheinland-übergreifende Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 eingereicht, „die in der finalen Fassung starke Berücksichtigung fand“. Der Bundesverkehrswegeplan richte Investitionen darauf aus, dass dringend notwendige Sanierungen durchgeführt würden, um Engpässe zu beseitigen, weitere Kapazitäten zu schaffen und mehr Mobilität zu ermöglichen, „die das Fundament von Wachstum, Wohlstand und Arbeit bildet“.

Daher ist die Beteiligung für den Rhein-Kreis wichtig, um die acht kreisangehörigen Kommunen fit für die Zukunft zu machen.

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