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Rhein-Kreis Neuss: Niederrhein-Tourismus wächst eher langsam

Rhein-Kreis Neuss und Umgebung : Niederrhein-Tourismus wächst eher langsam

Das IHK-Tourismusbarometer weist den Niederrhein als drittstärkste Region im Rheinland aus – mit Luft nach oben.

An die NRW-Metropolen Düsseldorf und Köln kommt der Niederrhein touristisch zwar nicht heran. Mit 4,4 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr ist er allerdings die drittstärkste Region im Rheinland. Es gibt jedoch ein großes Aber: Die Zahl der Übernachtungen wurden am Niederrhein im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,6 Prozent gesteigert. Das ist der vorletzte Platz unter den acht Rheinland-Regionen. Lediglich das Bergische Städtedreieck (minus 4,7 Prozent) schneidet schlechter ab. Und: Mit einer Bettenauslastung von 38,7 Prozent landet der Niederrhein auf dem letzten Platz im Betrachtungsgebiet. Das geht aus dem zweiten Tourismusbarometer Rheinland hervor. Es fußt auf einer Initiative unter Beteiligung von acht Industrie- und Handelskammern, darunter die IHK Mittlerer Niederrhein.

Allerdings gibt es auch Zahlen, die positiv stimmen. So machte der Niederrhein zum Beispiel trotz verringerter Angebotskapazitäten mit einem Nachfrageplus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr den größten Sprung nach vorn. „Die Tourismusregion Niederrhein hat noch viel Potenzial. Deshalb sollte sich der Niederrhein auch gemeinsam und gleichberechtigt mit allen Kreisen und Städten unter dem Dach der Metropolregion Rheinland auf den Tourismusmessen wie der ITB vermarkten“, betont Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

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Ein anderes Thema ist dafür derzeit vom Tisch. Im vergangenen Jahr hatte die IHK Mittlerer Niederrhein dafür geworben, den Tourismus in der Region mit einer gemeinsamen Dachmarke zu stärken. Bei einem Forum im Hugo-Junkers-Hangar in Mönchengladbach wurden die zentralen Akteure zusammengebracht. Als Fachreferent berichtete Bernd Eisenstein, Leiter des Instituts für Management und Tourismus an der Fachhochschule Westküste in Heide (Schleswig-Holstein), welche Chancen eine Tourismus-Dachmarke für den Niederrhein biete. Tenor: Wer gemeinsam Marktmacht aufbaut, verschafft sich mehr Gewicht. Und wer es nicht mache, der verschenke Wettbewerbsvorteile.

Momentan scheint es mit der gemeinsamen Dachmarke allerdings nichts zu werden. „Bei den Städten und Kommunen besteht in dieser Hinsicht leider derzeit kein Interesse“, sagt Steinmetz. Die Bemühungen der IHK seien daher eingestellt worden. Schon während des Tourismusforums hatte sich angedeutet, dass das Stadt-Land-Gefälle ein zentrales Problem in der Schaffung einer gemeinsamen Dachmarke darstellt, vor allem mit Blick auf die grundsätzliche Ausrichtung und die Schwerpunkte.

Die Niederrhein-Ballungszentren Rhein-Kreis Neuss, Mönchengladbach und Krefeld setzen andere Prioritäten als die ländlicheren Gefilde. Und das Rheinland selbst steht gut da. Im vergangenen Jahr hat es mit 28,5 Millionen Übernachtungen mehr als die Hälfte aller gewerblichen Übernachtungen in NRW erzielt – das sind eine Million Übernachtungen mehr als im Vorjahr. Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, ist entsprechend zufrieden. „Zum achten Mal in Folge konnten bei den Gästeübernachtungen und den Gästeankünften die Vorjahreswerte übertroffen werden“, betont er. Im Rheinland kommen 27 Prozent, in den großen Städten sogar bis zu 40 Prozent der Gäste aus dem Ausland.