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Rhein-Kreis Neuss: NGG bemängelt zu viel Niedriglohn

Gehaltsstruktur im Rhein-Kreis Neuss : NGG - Zu viel Niedriglohn im Kreis

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten schlägt Alarm. Viele Branchen müssten bei der Entlohnung nachbessern.

40 Stunden die Woche arbeiten – und trotzdem reicht das Geld am Monatsende nicht: Im Rhein-Kreis Neuss arbeiten rund 16.500 Vollzeit-Beschäftigte zum Niedriglohn. Damit liegt jeder sechste Arbeitnehmer (16,3 Prozent) trotz voller Stundenzahl unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von aktuell 2203 Euro brutto im Monat. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit.

Karim Peters ist NGG-Geschäftsführer in der Region. Foto: NGG

Die NGG Krefeld-Neuss beruft sich bei ihrer Einschätzung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. NGG-Geschäftsführer Karim Peters spricht von einem „Alarmsignal“. Tausende Menschen hätten trotz langer Arbeitstage enorme Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. Viele Branchen müssten daher bei der Entlohnung nachlegen.

Eine Hauptursache für diesen Zustand ist nach Einschätzung der Gewerkschaft NGG die schwindende Tarifbindung. Um diesen Trend zu stoppen, müssten sich Firmen, die Mitglied im Arbeitgeberverband sind, an die mit der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifverträge halten und armutsfeste Löhne zahlen. Nach Beobachtung der NGG nimmt die Zahl der Verbandsmitglieder, die aus der Tarifgemeinschaft ausscheren, seit Jahren zu. „Außerdem muss es noch mehr Tarifverträge geben, zu denen ganze Branchen durch die Politik verpflichtet werden – gerade da, wo der Niedriglohnsektor wuchert“, so Peters.

Eine sogenannte Allgemeinverbindlichkeit könne vom Bundes- oder Landesarbeitsministerium erklärt werden. Am Ende komme es aber auch auf die Beschäftigten selbst an, betont die NGG. „Wer in der Gewerkschaft mitmacht, profitiert davon mehrfach: Unsere Mitglieder erhalten Informationen zu korrekten Löhnen einschließlich Weihnachtsgeld und Urlaub und bekommen Beratung und Rechtsschutz, um sich für ihre tariflichen Ansprüche einsetzen zu können. Vor allem aber stärken sie die Gewerkschaft, die damit wiederum bessere Löhne durchsetzen kann.“

Das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen liegt im Rhein-Kreis Neuss laut Arbeitsagentur bei 3529 Euro (brutto) im Monat – im Bundesschnitt sind es 3304 Euro.

(NGZ)