Rhein-Kreis Neuss: Neue Fahrzeuge (Mercedes Vito und Ford S-Max) für die Polizei

Neue Fahrzeuge im Rhein-Kreis Neuss : Polizei hat nun Augen im Rücken

In ihren neuen Dienstwagen dürfen sich Beamte nicht nur über zusätzliche Kameraperspektiven freuen, sondern vor allem über mehr Platz. Ein Blick ins Innere.

Klingt komisch, ist aber so. Die Neusser Polizei hat jetzt Augen im Rücken. Zumindest im übertragenen Sinne. Denn bei den „Augen“ handelt es sich vielmehr um eine Kamera, die den Beamten verrät, was sich hinter ihnen abspielt. Diese neue Perspektive soll auch die Sicherheit der Polizisten erhöhen. „Wir haben zum Beispiel bei einer Fahrzeugkontrolle einen besseren Überblick. Auch bei Unfallaufnahmen kann die zusätzliche Kamera behilflich sein“, sagt Stephan Hoffmann (46), Sachgebietsleiter im Kfz-Wesen bei der Neusser Polizei.

Doch das ist nicht die einzige Arbeitserleichterung, über die sich Neusser Polizisten freuen können. Denn die beiden neuen Streifenwagen-Modelle, die der Landrat und Leiter der Kreispolizei, Hans-Jürgen Petrauschke, jetzt vor der Wache an der Jülicher Landstraße präsentierte, haben noch einiges mehr auf dem Kasten.

Die Fahrzeuge sind vom Typ Mercedes Vito und Ford S-Max. Beide verfügen über 190 PS. „Die neuen Streifenwagen wurden so ausgewählt, dass sie dem anspruchsvollen Polizei-Alltag gerecht werden“, sagt Petrauschke zur Einführung der neuen Dienstwagen.

Innenminister Herbert Reul hatte jüngst die neuen Streifenwagen für die Polizei in NRW vorgestellt. Etwa 300 Fahrzeuge sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden, insgesamt sollen es landesweit bis 2021 rund 2200 sein. Die Autos werden vom Land gekauft. Die vorherigen Streifenwagen waren geleast worden, doch eine Prüfung hatte ergeben, dass Leasing über den errechneten Nutzungszeitraum von knapp vier Jahren nicht wirtschaftlich gewesen wäre.

Doch nun ein Blick auf die Details: Sowohl im Fahrer- als auch im Fahrgastraum ist nun mehr Platz. Die Wagen bieten Kapazitäten für drei komplett ausgerüstete Polizisten mit Schutzwesten, Helmen und Einsatztaschen. Für Maschinenpistolen und alle anderen Ausrüstungsgegenstände ist im Kofferraum ein Ladungssicherungssystem mit Schubladen vorgesehen.

Zusätzlich zum Blaulicht besitzen die beiden Fahrzeuge Front- und Kreuzungsblitzer, damit die Wagen noch besser wahrgenommen werden, etwa beim Einfahren in eine Kreuzung. Auch die Heckklappe ist innen mit Warnblinklicht für den rückwärtigen Verkehr ausgestattet, das somit auch bei geöffneter Position gut sichtbar ist. Die auffällige Folierung in blau und neongelb soll für den letzten Schliff in puncto Sichtbarkeit sorgen.

Die erste Lieferung für den Rhein-Kreis Neuss umfasst insgesamt sechs Mercedes Vito und zwei Ford S-Max. Sie werden jetzt entsprechend acht BMW-Fahrzeuge ersetzen und in den aktiven Dienst aufgenommen. „Im Vergleich zu den neuen Fahrzeugen ist der 3er BMW ein enger Maßanzug“, sagt Hoffmann. Vor allem der Mercedes Vito „sitzt“ da etwas lockerer. Dieser ist mit einem 2,0-Liter-Diesel-Triebwerk ausgestattet. Neben Einbauten wie Sitzheizung, Navigationsgerät oder Tempomat sind es vor allem die Zusatzeinbauten, wie die bereits erwähnten Kameras, die den Beamten im Alltag zu Gute kommen. Sie sind, ebenso wie der Funk, von der Mittelkonsole aus bedienbar.

Der Entscheidung für die Fahrzeuge war ein Praxistest vorausgegangen, in dem vergleichbare Modelle von verschiedenen Herstellern im Einsatz getestet wurden. Polizisten aus dem Wachdienst erprobten die Modelle und konnten Verbesserungen vorschlagen, um den Wagen weiter zu optimieren. An der Erprobung haben sowohl Frauen als auch Männer, jüngere und ältere Beamte teilgenommen. „Besonders wichtig war uns, dass die Polizisten mit dem Wagen zufrieden sind. Sie nutzen ihn schließlich jeden Tag“, sagt Herbert Reul.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sehen die neuen Polizeifahrzeuge im Rhein-Kreis aus

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