Rhein-Kreis Neuss nach der Europawahl

Kommentar: Rhein-Kreis nach der Europawahl : Alles im grünen Bereich?

Ja, die CDU bleibt die stärkste politische Kraft im Rhein-Kreis – gestern war der Kreis dennoch vor allem eines: grün.

Fast 22 Prozent stimmten für die Grünen. Man muss nicht lange überlegen, woher die Stimmen kommen. Der CDU brachen im Vergleich zur Europawahl 2014 kreisweit über acht Prozentpunkte weg, der SPD sogar 12,5. Letzteres ist ein Fall ins Bodenlose. Die SPD als Volkspartei? Vielleicht nur noch ein Fall für die Geschichtsbücher? Auf lokaler Ebene ist ein Bundestrend nicht zu drehen, diese bittere Erfahrung bestätigte sich für die SPD im Rhein-Kreis gestern erneut. Bei der Kommunalwahl 2014 war der Jubel angesichts von vier „roten“ Rathäusern mit vier jungen SPD-Bürgermeistern noch groß,  doch schon bei den Bundestags- und Landtagswahlen 2017 wurde deutlich, dass die Sozialdemokraten daraus kein Kapital schlagen können. Die Europawahl zeigt das erneut. Und mehr noch: Die SPD – und auch die CDU – müssen fürchten, dass sich große Teile ihrer Kernklientel plötzlich bei den Grünen wiederfinden. Und das nicht aus Protest, sondern programmatisch begründet. Sie zurückzuholen, wird schwierig. Ach ja, dann noch die AfD: Sie gewinnt leicht, kommt aber im Kreis über den Status einer Klein-Partei nicht hinaus. Wer vor der vermeintlichen „Alternative“ gewarnt hat, wird das als Erfolg feiern. Eine Entwarnung ist es nicht.

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