Rhein-Kreis Neuss: Krefelder Mundartdichter Theo Versteegen bekommt Franz-Peter-Kürten-Auszeichnung

Mundartarchiv im Rhein-Kreis Neuss : Krefelder Mundartdichter ausgezeichnet

2015 wurden die „Bläck Fööss“ ausgezeichnet. Am Mittwochabend war es der Krefelder Mundartdichter Theo Versteegen, der in der Zonser Nordhalle mit der Franz-Peter-Kürten-Auszeichnung geehrt wurde.

Die vergibt seit 1991 das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ an diejenigen, die sich besonders um die rheinische Mundartliteratur und das Brauchtum verdient gemacht haben. Und ist es bei den „Bläck Fööss“ das Kölsch, das die Musiker mit ihren Liedern in alle Ohren bringen, ist es bei Versteegen das „Kriiewelsch“ (Krefelder Platt), das der 86-Jährige hör- und erlebbar macht.

So auch in Zons, wo er einige seiner Gedichte und Geschichten vortrug und sich bedankte, so bei seiner Ursula, die, wie er verriet, streng darüber wache, was er veröffentliche. Musikalische Töne gab es ebenfalls aus Krefeld mit der Kapelle „Schäng Blasius Flönz Rakete“. Die Musiker gehören alle zu einer Familie, Oberhaupt ist Alfred Kappes (89), der Akkordeon spielt. Sie animierten das Publikum direkt beim Eröffnungslied den zu Ehrenden nach einem Trommelwirbel mit einem lauten „Theo! Hurra!“ zu begrüßen. Während der Feier gaben sie Lieder mit Versteegen-Texten zum Besten. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erinnerte daran, dass die Auszeichnung zum Gedenken an den Mundartdichter und volkskundlichen Sammler Franz Peter Kürten vergeben werde. Dessen Nachlass kam vor fast 20 Jahren nach Zons, sein Sohn Dankwart rief die Auszeichnung ins Leben. Das Besondere: Die ehemaligen Preisträger bestimmen den neuen.

Achim Thyssen, Leiter des Mundartarchivs, plauderte aus dem Leben Versteegens, der in Krefeld-Traar 1933 als Sohn niederländischer Eltern geboren wurde. „Im Hause Versteegen wurde Limburgs gesprochen, mit dem Krefelder Dialekt eng verwandt“, so Thyssen. Versteegen wurde Elektriker, machte Abitur. Mit einer Gebühr von 120 Mark erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft, die er benötigte, um nach einem Studium Beamter werden zu können. Bis zu seiner Pensionierung (1995) leitete er das Amt für Soziale Dienste in Krefeld. „In Versteegens Veröffentlichungen, wie ,Ongerweäjes’ oder ,En Feärke opjeleäse’ begegnen wir nicht nur dem lustigen Rheinländer, sondern dem feinfühligen, tiefsinnigen Autor“, sagte Thyssen und beendete seine Rede mit den Worten: „Lieber Theo, du hast die Auszeichnung mehr als verdient.“