Rhein-Kreis Neuss ist in Brüssel ein Begriff

Europa-Beauftragte des Rhein-Kreises Neuss: „Der Rhein-Kreis ist in Brüssel ein Begriff“

Ruth Harte ist die Europa-Beauftragte des Rhein-Kreises Neuss. Sie ist regelmäßig in Brüssel und sorgt für einen kurzen Draht in den Kreis. Dort ist sie Ansprechpartnerin für fast alle Fragen zum Thema Europa.

Europa ist derzeit ein Thema, das in aller Munde ist – auch im Rhein-Kreis-Neuss, wenn auch unter anderen Vorzeichen: Kürzlich verlieh der Europaminister des Landes NRW, Stephan Holthoff-Pförtner, die Auszeichnung „Europaaktive Kommune in Nordrhein-Westfalen“ an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. War der seit 2013 vergebene Titel zuvor auf fünf Jahre begrenzt, so darf sich der Kreis nun dauerhaft damit schmücken.

Ein eher unscheinbares Schild, aber ein umfangreicher Informationstisch weisen am Eingang des Kreishauses an der Oberstraße in Neuss darauf hin. „Wir alle sind aufgefordert, dazu beizutragen, dass Europa nicht als etwas Fernes, Abgehobenes wahrgenommen wird, sondern als etwas, das zu uns gehört“, erklärte Petrauschke.

Für die reale Umsetzung dieses Anspruches ist Ruth Harte verantwortlich. Die 59-jährige Politikwissenschaftlerin und Juristin ist seit Ende 1991 Europa-Beauftragte des Rhein-Kreises Neuss. „Eine Stelle mit Pilotcharakter, die Pionierarbeit leistete“, sagt Ruth Harte. Ihre Aufgabengebiete sind komplex. Sie informiert über neue Richtlinien und Gesetze der Europäischen Union (EU), die von besonderem Interesse für die Bürger vor Ort sind.

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Dazu zählen zum Beispiel der Führerschein im Scheckkartenformat, die Änderung der Roaming-Gebühren oder das von der EU-Kommission finanzierte neue Interrail-Ticket. „Ich informiere über die Beschlüsse von Brüssel“, fasst Harte zusammen, deren Dienstreisen sie regelmäßig in die belgische Hauptstadt führen. Außerdem organisiert sie Veranstaltungen zum Thema Europa wie den zentralen Europatag der Region Mittlerer Niederrhein oder literarische Lesungen zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 mit Schwerpunkt Deutschland-Polen-Niederlande.

Sie ist Ansprechpartner für das Europe Direct Infomationszentrum Mittlerer Niederrhein, initiiert und betreut grenzüberschreitende Projekte und berät zu Förderprogrammen. Davon profitieren besonders die Berufsbildungszentren (BBZ) wie das BBZ Weingartenstraße, das Europa-Schule ist und beispielsweise Praktika im EU-Ausland vermittelt. Zudem arbeitet sie in der Euregio Rhein-Maas-Nord mit und kümmert sich um den europäischen Jugendaustausch mit dem polnischen Kreis Mikolov. Ganz wichtig ist Harte eine gute Standortpräsentation im Brüsseler EU-Parlament: „Ausstellungen im Plenarsaal und in Konferenzsälen in den Jahren 2000, 2012 und 2015 hatten eine gute Resonanz: Der Rhein-Kreis-Neuss ist in Brüssel ein Begriff“, erzählt Ruth Harte stolz. Davon zeugen auch Besuche von Günther Oettinger und Jean-Claude Juncker.

Der Kreis könne sich die Finanzierung ihrer Stelle des höheren Dienstes, die Reisen und eine seit 2015 in Teilzeit eingestellte Sachbearbeiterin durchaus leisten: „Da ist er großzügig“, meint Harte. Ein Liebhaberstück sei das Ganze nicht, denn der Kreis profitiere: „Ich helfe, in Brüssel Türen zu öffnen“, umschreibt Harte ihre berufliche Passion.

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