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Rhein-Kreis Neuss: Hier fehlen Wohnungen bis 2040

Analyse der Verwaltung : Rhein-Kreis erwartet erhöhten Wohnungsbedarf bis 2040

Bis 2040 könnten über 22.000 Wohnungen mehr benötigt werden. Das hat der Rhein-Kreis Neuss nun veröffentlicht. Und auch zu den Gründen hat die Verwaltung sich in einer Mitteilung geäußert.

Der Bedarf an neuen Wohnungen im Rhein-Kreis Neuss hat sich weiter erhöht. Bis 2040 werden kreisweit insgesamt 22.426 neue Wohneinheiten benötigt. Gründe für die weiter steigende Nachfrage nach Wohnraum sind die Attraktivität des Kreises als Wohn- und Wirtschaftsstandort und damit zusammenhängende Wanderungsbewegungen sowie der sich fortsetzende Trend zu kleineren Haushalten.

Das hat die Fortschreibung der Wohnungsbedarfsanalyse ergeben, deren Ergebnisse am Donnerstag im Ausschuss für Soziales und Wohnen des Kreises vorgestellt wurden. Mit der Erstellung hatte die Kreisverwaltung erneut die InWIS Forschung und Beratung beauftragt. Erarbeitet wurde die Studie dabei gemeinsam mit allen kreisangehörigen Kommunen. In der Erstauflage der Wohnungsbedarfsanalyse in 2017 wurde ein Bedarf von 20.152 Wohneinheiten bis 2030 prognostiziert.

„Die Zahlen verfestigen den subjektiven Eindruck, dass die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Kreis Neuss weiter hoch ist. Mit der Analyse schaffen wir Transparenz und eine gute Grundlage für die Planungen der Kommunen und weitere gemeinsame Aktivitäten“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der ankündigt, die Ergebnisse und mögliche Handlungsfelder in den politischen Gremien und mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu besprechen.

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Nach den aktuellen Zahlen der Wohnungsbedarfsanalyse müsse die von 2016 bis 2019 erreichte hohe Bauintensität auch in Zukunft beibehalten werden, um den Bedarf decken zu können. Dabei solle aber verstärkt auf den Bau von Mehrfamilienhäusern und Wohneinheiten im öffentlich geförderten Preissegment gesetzt werden. So entfallen von dem Gesamtbedarf von 22.426 Wohneinheiten rund 14.400 auf Mehrfamilienhäuser und 8100 auf Ein- und Zweifamilienhäuser. „So kann auch ein Generationenwechsel in Einfamilienhäusern vorangetrieben und zugleich sparsam mit knappen Flächenressourcen umgegangen werden“, erläutert Petrauschke.

Der zusätzliche Bedarf im öffentlich geförderten Bereich wird kreisweit bis 2040 auf 2700 bis 5600 Wohneinheiten geschätzt. „Hier ist die aktuelle Bautätigkeit nicht ausreichend, um das Ziel zu erreichen“, so der Landrat. Beides seien zudem Handlungsfelder, die im Fokus der Service- und Koordinierungsgesellschaft für preisgünstigen und bezahlbaren Wohnraum stehen, deren Gesellschaftsvertrag der Kreistag bereits beschlossen hat. In den einzelnen Kommunen stellt sich der Wohnungsbedarf bis 2040 wie folgt dar:

  • Dormagen: 4425 Wohneinheiten (2017 – 2030: 2751 Wohneinheiten)
  • Grevenbroich: 1979 Wohneinheiten (2017 – 2030: 1802 Wohneinheiten)
  • Jüchen: 1170 Wohneinheiten (2017 – 2030: 758 Wohneinheiten)
  • Kaarst: 1424 Wohneinheiten (2017 – 2030: 1502 Wohneinheiten)
  • Korschenbroich: 1138 Wohneinheiten (2017 – 2030: 985 Wohneinheiten)
  • Meerbusch: 3459 Wohneinheiten (2017 – 2030: 3021 Wohneinheiten)
  • Neuss: 8139 Wohneinheiten (2017 – 2030: 9610 Wohneinheiten)
  • Rommerskirchen: 692 Wohneinheiten (2017 – 2030: 744 Wohneinheiten).

Grundlage der Berechnungen ist die Bevölkerungsprognose von IT.NRW. Die Stadt Neuss verfügt über eine eigene Bevölkerungsprognose. Wird diese zu Grunde gelegt, ergibt sich für die Stadt Neuss ein Bedarf von 5148 Wohneinheiten bis 2040. Als möglicherweise ausreichend bewertet InWIS in der Analyse das kreisweit mobilisierbare Flächenpotenzial für den Wohnungsbau. Engpässe könnten aber lokal in Dormagen, Kaarst und Meerbusch entstehen.

Für Neuss würde dies für den Fall zutreffen, dass dort die landesweite Bevölkerungsprognose und nicht die städtische zu Grunde gelegt wird. „Dies zeigt, dass wir mit dem Regionalplan eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung von Wohnbauflächen gelegt haben, die nun vor Ort umgesetzt werden muss“, ist Petrauschke in seiner Funktion als Vorsitzender des Regionalrates Düsseldorf zufrieden.

Die Wohnungsmarktanalyse umfasst Steckbriefe mit detaillierten Zahlen zur Wohnungsmarktsituation und der örtlichen Bedarfsprognose für alle acht kreisangehörigen Kommunen.

(NGZ)