Rhein-Kreis Neuss: Handwerkskammer Düsseldorf ehrt Philipp Brand

Handwerk im Rhein-Kreis Neuss : Ehrung als jahresbester Metallbauer

Bei der zentralen Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf wird Philipp Brand am Sonntag als jahresbester Metallbauer ausgezeichnet. Festredner bei der Veranstaltung in Düsseldorf ist Ministerpräsident Armin Laschet.

Die zentrale Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf ist immer ein Ereignis. 2500 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden am Sonntag im Congress Center (CCD Süd) in der Landeshauptstadt erwartet, Festredner ist Ministerpräsident Armin Laschet. Geehrt wird der Meisterjahrgang 2018/19 – und da hat Philipp Brand (31) aus Neuss besonders erfolgreich abgeschnitten. Er legte die beste Meisterprüfung seines Handwerks ab, bestand die vier Prüfungsteile Fachpraxis und -theorie, Betriebswirtschaftslehre und Berufspädagogik mit überdurchschnittlichen Leistungen und darf sich nun „Jahresbester Metallbauer“ nennen. Bei der Feier in Düsseldorf wird er dafür ausgezeichnet und auf die Bühne gebeten, aber nervös ist er nicht. „Natürlich ist die Auszeichnung eine Ehre, aber ich habe es nicht darauf angelegt, Jahresbester zu werden“, sagt er. „Ich habe einfach meinen Job gemacht.“

Dabei sah es ursprünglich gar nicht so aus, als würde Philipp Brand eine Karriere im Handwerk anstreben. Zwar hatte er schon während seines letzten Schuljahres in einer Schlosserei als Aushilfe gearbeitet. Aber nach dem Abitur 2007 beschloss er, Gestaltungstechnik und Mediendesign in Wuppertal zu studieren. Nur: In der Schlosserei jobbte er weiterhin und merkte, wieviel Spaß es ihm macht. Und im Grunde hat er dort mehr Zeit in die Arbeit investiert als für sein Studium. „Mein Chef hat dann eines Tages erzählt, wie schwierig es sei, Auszubildende zu finden“, sagt Philipp Brand. „Da hab ich gesagt: Nimm doch mich!“ Gesagt, getan. Brand machte eine Ausbildung zum Metallbauer bei der Firma „Bachmann Metallbau und Stahldesign“ in Kaarst. 2009 ging’s los, 2012 war er fertig.

Dennoch reizte ihn noch einmal der Hörsaal. Philipp Brand entschied sich für ein Studium im Bereich Maschinenbau. Das lief auch ganz gut, nur arbeitete er nebenher weiter als Metallbauer – und irgendwann dann wieder mehr als fürs Studium. Also brach er seine Hochschulkarriere ab. Doch fortbilden wollte er sich dennoch. Also entschloss sich Philipp Brand für die Meisterschule – in Vollzeit. „Ich würde es in jedem Fall wieder so machen. Die Meisterfortbildung direkt nach der Ausbildung anzugehen, kann ich nicht empfehlen“, erklärt er. „Mir persönlich haben die Arbeitserfahrung und auch das Wissen aus dem angefangenen Maschinenbau-Studium in der Meisterschule sehr geholfen.“ Sein Meisterprüfungsstück: die Konstruktion eines Sperrpfostens mit einer 3D-Software, die Anfertigung einer normgerechten technischen Zeichnung, eine entsprechende Kalkulation und anschließend die Produktion in den Werkstätten der Handwerkskammer.

Derzeit ist Philipp Brand, der jahresbeste Metallbauer seines Meisterjahrgangs, als Werkstattleiter bei der Firma „Ervenich Schlosserei und Bauelemente“ in Grevenbroich beschäftigt. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist derzeit kein Thema für ihn. Jugendlichen, die sich beruflich orientieren, rät er: „Jedes Gewerk sucht heute Auszubildende. Geht in die Betriebe, fragt nach einem Praktikum.“ Das sei oft der beste erste Schritt.

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