Rhein-Kreis Neuss: Gröhe spricht bei IHK über Unternehmenssteuerreform

Bei IHK-Treffen in Neuss : Hermann Gröhe wirbt für Unternehmenssteuerreform

Der Neusser Bundestagsabgeordnete und frühere Minister war Gastredner bei der IHK-Vollversammlung.

Das Thema passt zur aktuellen Situation. Schließlich scheint der Höhenflug der deutschen Wirtschaft vorüber, darauf weisen jedenfalls Konjunkturumfragen hin. „Politik für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Was jetzt zu tun ist“ – zu diesem Thema sprach der Neusser Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jetzt als Gast in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Das Unternehmergremium traf sich in den Räumen der DACH-Zentrale (Deutschland, Österreich, Schweiz) des Multitechnologiekonzerns 3M in Neuss. Das teilt die IHK mit.

Zum Auftakt seines Vortrags betonte Gröhe die Stärke der Region. „Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 331 Milliarden Euro ist das Rheinland die mit Abstand größte und wirtschaftsstärkste Metropolregion in Deutschland – und der Mittlere Niederrhein leistet dazu einen wesentlichen Beitrag“, betonte er. Damit sei allerdings längst nicht „alles in Butter“.

Die Situation für die deutsche Exportwirtschaft verschärfe sich. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China „verschiebt den Wettbewerbsruck, und die Folgen davon spüren auch unsere Unternehmen vor Ort“. Dazu komme der ungewisse Ausgang des Brexits. „Vor diesem Hintergrund geht es jetzt darum, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken“, sagte Gröhe. „Wir müssen die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen verbessern.“ Dazu gehört für Gröhe eine Reform der Unternehmenssteuer. „Wir müssen im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien, den USA und Frankreich wettbewerbsfähig bleiben“, erklärte er. „Unser Ziel ist es, die Steuerbelastung für Gewinne, die im Unternehmen verbleiben und nicht ausgeschüttet werden, bei maximal 25 Prozent zu deckeln.“ Derzeit liege die Belastung zwischen 35 und 45 Prozent. Gröhe verwies auch auf die vom Bundeskabinett bereits beschlossene steuerliche Forschungsförderung, die nun im parlamentarischen Verfahren sei.

Den digitalen Wandel nannte Gröhe eine „große gesamtgesellschaftliche Herausforderung“. Auch in der Wirtschaft gebe es noch viel zu tun. Zudem verwies Gröhe auf die gravierenden anstehenden Weichenstellungen in der Klima- und Energiepolitik. „Klimaschutz geht nur mit der Wirtschaft, mit neuen Technologien und Markteffizienz“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

(NGZ)