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Rhein-Kreis Neuss: Gewerkschaft NGG fordert Corona-Schutzschirm

Gastronomie im Rhein-Kreis Neuss : NGG fordert Corona-Schutzschirm

Die Gewerkschaft NGG setzt sich für eine Corona-Sofort-Nothilfe für Beschäftigte in Hotels und Gaststätten ein. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Die Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ (NGG) setzt sich für einen Corona-Schutzschirm für Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe ein. Der Lockdown für die Branche treffe nicht nur die rund 670 Unternehmen mit voller Wucht, sondern bringe auch die 6200 Arbeitnehmer in existentielle Nöte, warnt die Gewerkschaft. „Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht“, teilt Ina Korte-Grimberg, NGG-Landesbezirkssekretärin in Nordrhein-Westfalen, mit. „Das Geld reicht kaum mehr für die Miete – von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen.“

 Der Teil-Lockdown trifft das Gastro-Gewerbe besonders hart.
Der Teil-Lockdown trifft das Gastro-Gewerbe besonders hart. Foto: dpa/Peter Kneffel

Die NGG fordert deshalb die Bundesregierung auf, den Beschäftigten im Gastgewerbe eine Corona-Sofort-Nothilfe in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. „Die Politik greift den Firmen mit enormen Summen unter die Arme, um eine Pleitewelle zu verhindern. Jetzt darf sie die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen“, meint Korte-Grimberg. Nach Einschätzung der NGG würden sich die Kosten für eine Beschäftigten-Nothilfe im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen. Zum Vergleich: Die Unternehmenshilfen im Gastgewerbe würden den Staat laut NGG allein in diesem Monat 17 Milliarden Euro kosten.

Außerdem müsse die Auszahlung der Unternehmenshilfen an den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft werden. „Es darf nicht sein, dass sich Wirte und Hoteliers jetzt 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen“, betont Korte-Grimberg. Zwar befänden sich die Unternehmen in einer historisch einmaligen Krise. Diese müsse aber gemeinsam mit den Beschäftigten ausgestanden werden – nicht zuletzt, um Fachkräfte zu halten, die nach der Pandemie dringend gebraucht würden.

 Nach Angaben der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung könnte die Einführung eines „Mindest-Kurzarbeitergeldes“ entscheidend helfen, die Einkommenseinbußen im Niedriglohnsektor gering zu halten. Frankreich habe ein solches, an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppeltes Modell erfolgreich eingeführt. Hierzulande müsste ein „Mindest-KuG“ damit bei 1200 Euro im Monat liegen, so die Stiftung. Die Gewerkschaft NGG fordert Bund und Länder dazu auf, diesen Vorschlag eingehend zu prüfen, um Verwerfungen am unteren Ende der Einkommensskala zu verhindern. „Klar ist auch, dass die Politik rasch einen Fahrplan vorlegen muss, wie es im neuen Jahr weitergeht“, fordert Korte-Grimberg.

Bis eine Covid-19-Impfung für die gesamte Bevölkerung bereitstehe, könnten noch Monate vergehen – eine Zeit, die Unternehmen und Beschäftigte im heimischen Gastgewerbe ohne weitere Hilfen nicht hätten. 

 Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gastronomie im Rhein-Kreis Neuss 5441 Menschen in 617 Betrieben. Weitere 763 Beschäftigte arbeiten in 54 Unternehmen des Beherbergungsgewerbes.