Rhein-Kreis Neuss: Gesundheitswirtschaft wächst laut IHK-Studie stark

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : Gesundheitsbranche wächst stark

Die Gesundheitswirtschaft in der Region Mittlerer Niederrhein wächst überdurchschnittlich stark. Vor allem in der industriellen Gesundheitswirtschaft ist der Anteil der Beschäftigten hoch.

Als durchschnittlich wird der Digitalisierungsgrad in der Branche eingeschätzt. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer Untersuchung des WIFOR-Instituts zur Gesundheitswirtschaft in der Region, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in Auftrag gegeben wurde. Für IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz bietet die Studie wertvolle Erkenntnisse über eine Wachstumsbranche. „Wir nehmen die Ergebnisse zum Anlass, mit unserem Ausschuss für Gesundheitswirtschaft über weitere Projektideen für diese Branche nachzudenken“, sagt er.

In der Gesundheitswirtschaft am Mittleren Niederrhein arbeiteten laut Studie im Jahr 2018 rund 96.400 Erwerbstätige. Davon waren seit 2008 insgesamt 12.600 zusätzliche Stellen hinzugekommen – ein Plus von 1,4 Prozent pro Jahr. Dieses Wachstum ist mehr als doppelt so stark wie das Plus für den gesamten Arbeitsmarkt in der Region (0,6 Prozent). „Auch Outputfaktoren wie die Bruttowertschöpfung verdeutlichen die steigende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft“, erklärt Benno Legler, Studienleiter des WIFOR-Instituts.

Die Bruttowertschöpfung sei in den vergangenen zehn Jahren um drei Prozent pro Jahr gestiegen – eine deutlich stärkere Steigerung als in der regionalen Gesamtwirtschaft (plus 1,8 Prozent). „Mit Blick auf die zukünftigen strukturpolitischen Veränderungen in der Region muss der Stellenwert der Branche stärker hervorgehoben werden“, sagt Legler. Allerdings ist die Gesundheitswirtschaft am Mittleren Niederrhein zurzeit unterdurchschnittlich repräsentiert. „Das hängt nicht mit einer Schwäche der Branche zusammen, sondern liegt an der diversifizierten Wirtschaftsstruktur in der Region“, so Legler. In der Unternehmensumfrage gaben 39 Prozent der Befragten aus der Gesundheitsbranche an, dass ihre Zulieferer vorwiegend aus dem IHK-Bezirk stammen, ein Fünftel bezieht Vorprodukte aus anderen Regionen NRWs, ein Viertel aus anderen Bundesländern. 16 Prozent gaben an, dass ihre Zulieferungen vorwiegend aus dem Ausland kamen. „Es gibt innerhalb der Region eine enge Verflechtung der Branchen“, erklärt Legler. Das könne aber auch noch verstärkt werden. „Gezielte und regelmäßige Zusammenführungen von Akteuren aus Politik, Interessenvertretung und verschiedenen industriellen und dienstleistungsgeprägten Bereichen der Gesundheitswirtschaft können neue Kommunikations- und zukünftige Kooperationsformen entstehen lassen.“

(NGZ)