Rhein-Kreis Neuss: Für das Projekt "Demokratie leben" gibt es noch Fördergeld

Integrationsprojekte im Rhein-Kreis Neuss : Noch ist Geld im Fördertopf des Ministeriums

Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ läuft noch bis 2024 weiter. Anträge auf Zuschuss auch noch 2019 möglich.

19 Projekte wurden bis jetzt unterstützt, in diesem Jahr sind es drei, die insgesamt 15.700 Euro erhalten. Seit 2015 setzt das Kommunale Intergrationszentrum (KI) des Rhein-Kreises das Bundesprogramm des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend um. „Es könnten mehr Initiativen sein, die Zuschüsse erhalten“, sagt Julia Meisel vom KI, das als Koordinierungsstelle fungiert. Denn Geld ist da. Befristet war das Programm zunächst bis 2019,  nun läuft es weiter, zunächst bis 2024. Und dass der Kreis dabei bleibt, hatte vor der Sommerpause der Kreistag einstimmig beschlossen. Denn: Auch er muss zahlen, nämlich zehn Prozent der Summe, die vom Ministerium genehmigt wird.

Julia Meisel vom Kommunalen Integrationszentrum mit den Flyern für das erste Demokratiefestival des Rhein-Kreises am 21. September in Neuss. Foto: Tinter, Anja (ati)

36.000 Euro, erklärt Meisel, sei die Höchstsumme pro Jahr, die für die Projekte im Rhein-Kreis abgerufen werden könnten. „Wir haben aber bis jetzt den Rahmen noch nie komplett ausgeschöpft“, informiert Meisel. Das liege daran, dass durchaus mehr Vereine und Initiativen, die sich für Integration und gegen Rassismus engagieren, bewerben könnten. So wurden in diesem 15.700 Euro für drei Projekte verteilt. Und zwar an den Neusser Verein BISS (Institut für Bildung, Integration, Stabilität und Soziales) 6621 Euro, an den Taekwondo Club Neuss 5900 Euro und den Förderverein der Realschule Hackenbroich 3208 Euro. Der hatte den Stand-up-Comedian und Motivationstrainer Osmann Citir eingeladen, der in einem 90-minütigem Bühnenprogramm über seine Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus berichtete. Das Programm bildet den Auftakt zu seiner Arbeit mit den Schülern der Stufen sechs bis zehn in Workshops zum Thema. Der Verein „BISS“ möchte mit seinem Projekt „Leben selbst gestalten“ geflüchtete Frauen motivieren, sich in die Gesellschaft einzubringen mit Angeboten wie „Die Frau in Kultur und Gesellschaft“, „Die Frau in Wirtschaft und Politik“ und „Menschen-, Frauen-und Kinderrechte“. Und das Projekt „Vielfalt erleben! Ausgrenzung widerstehen!“ des Taekwondo Clubs richtet sich an Kinder im Grundschulalter und Jugendliche.

Vier bis fünf Projekte seien es in der Regel, so Jutta Meisel, die pro Jahr einen Antrag stellen, 2016 war (bis jetzt) ein Rekordjahr mit acht. „Dabei“, sagt die Koordinatorin, „umfasst der Antrag nur zwei Seiten, auf denen das Angebot und der Finanzierungsplan beschreiben werden müssen.“ Ein sogenannter Begleitausschuss,  in dem Vertreter aus Politik, Verwaltung, der Polizei sowie von Migranten- und Jugendorganisationen sitzen, entscheidet, wer wie viel Fördergeld erhält. Er tagt vier Mal im Jahr, das nächste Mal am 10. Oktober. „Es wäre schön, wenn bis dahin noch einige Anfragen eingehen“, sagt Meisel. Anfragen beantwortet sie unter 02181 601-5065 oder julia.meisel@rhein-kreis-neuss.de.

Info Das Festival der Demokratie findet am Samstag, 21. September, von 11 bis 19 Uhr im Martin-Luther-Haus in Neuss an der Drususallee 63 statt. Es gibt Musik, Janina el Arguioui tritt auf, Workshops zu Poetry Slam und Rap sowie Infostände.

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