Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss Austausch über Europapolitik und die Folgen für Unternehmen

Rhein-Kreis · Stockende Lieferketten, steigende Preise, die Folgen des Ukraine Kriegs – das stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen. Wie die Europapolitik helfen kann, zum Beispiel mit Blick auf den Klimaschutz.

 In Brüssel (v.l.): IHK-Präsident Elmar te Neues, Stefan Berger (Mitglied des europäischen Parlaments), EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

In Brüssel (v.l.): IHK-Präsident Elmar te Neues, Stefan Berger (Mitglied des europäischen Parlaments), EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Foto: IHK

Über europäische Themen und die Auswirkungen auf die hiesigen Unternehmen haben Elmar te Neues, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz bei einem Treffen mit Stefan Berger (CDU), Mitglied des europäischen Parlaments, bei einem Besuch in Brüssel gesprochen. Das teilt die IHK mit. „Um die richtigen Entscheidungen in der Europapolitik zu treffen, ist der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik zentral“, erklärte Berger.

Steinmetz und te Neues erläuterten die Herausforderungen der Unternehmen: „Derzeit befinden sich viele Betriebe in einer schwierigen Situation und haben Sorgen um ihre Zukunft und Arbeitsplätze“, berichtete te Neues. Steinmetz ergänzte: „Stockende Lieferketten, Inflation und die Nachwirkungen der Corona-Krise, mit denen ohnehin noch viele Unternehmen kämpfen, sind für viele eine riesige Belastung.“

Vor zusätzliche Herausforderungen könnte der sogenannte CO2-Grenzausgleich „Carbon Border Adjustment Mechanism“ (CBAM) die Unternehmen stellen. „Die Abwanderung der Produktion aus Europa in Länder mit laxen Klimavorschriften kann in der EU zu Arbeitsplatzverlusten und global zu mehr CO2-Emissionen führen, also zur sogenannten Carbon Leakage. Daher erhalten betroffene EU-Unternehmen CO2-Emissionsrechte momentan umsonst“, erklärte Berger. Geplant sei nun, dass die EU-Kommission die Gratiszuteilung schrittweise beendet und stattdessen über den CBAM-Einfuhren in die EU verteuert, um die Wettbewerbsnachteile europäischer Firmen auf dem EU-Markt auszugleichen.

Klar sei, so Steinmetz, dass zusätzliche Auflagen aus Brüssel die Unternehmen nicht zusätzlich belasten dürften. „Eine gute Klimaschutzpolitik funktioniert nicht gegen Unternehmen, sondern nur mithilfe der Unternehmen“, betonte te Neues.

(NGZ)
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