Rhein-Kreis Neuss: „EmergencyeEye“ immer stärker gefragt

Notfallsoftware aus dem Rhein-Kreis Neuss : „EmergencyEye“ immer stärker gefragt

Immer mehr Kreisleitstellen setzen auf die Notfallsoftware des Startups Corevas aus Grevenbroich. Wie groß das Interesse bundesweit ist, zeigte das Festival „Zukunft, Gesundheit, Digital“ der baden-württembergischen Landesregierung am Freitag in Tuttlingen.

Das Schild an der Autobahn bei Tuttlingen kommt überraschend. „Weltzentrum der Medizintechnik“ steht darauf und meint im Kern nicht nur die 35.000-Einwohner-Stadt im Süden von Baden-Württemberg, sondern auch das Umland. Kurzum, gemeint ist ein sogenanntes Cluster, zu dem weitere Kommunen zählen. Allein in Tuttlingen aber sind rund 400 Medizintechnikunternehmen mit mehr als 12.000 Arbeitsplätzen angesiedelt. Es ist also kein Zufall, dass die baden-württembergische Landesregierung die Kreisstadt als Veranstaltungsort für ihr Festival „Zukunft, Gesundheit, Digital“ gewählt hat. Dort hat das in Grevenbroich ansässige Startup am Freitag seine Notfallsoftware „EmergencyEye“ präsentiert. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich dabei aus erster Hand über die Vorteile der Software informiert – und wie diese Leben retten kann.

Zahlreiche Kreisleitstellen arbeiten bereits mit „EmergencyEye“. Das „Notfallauge“ ermöglicht Einsatzkräften, Notrufende punktgenau zu orten und auf deren Smartphonekamera zuzugreifen. So können die Notfallprofis in der Leitstelle die Situation besser einschätzen und den Anrufer bei der Ersten Hilfe anleiten. Zudem können Rettungskräfte noch gezielter entsandt werden. Die Verbindung zwischen dem Smartphone des Notrufenden und „EmergencyEye“ wird über eine SMS hergestellt, die im Notfall von der Leitstelle an den Anrufer verschickt wird.

Bereits in zahlreichen Kreisen – der Rhein-Kreis war Pilotregion – wird die Software eingesetzt und hilft, Leben zu retten. Dieser Ansatz passt zu „Zukunft, Gesundheit, Digital“. Das Festival ist eine Veranstaltung der Landesregierung Baden-Württembergs zu zentralen digitalen Themen, in Tuttlingen drehte sich alles um das Thema „Fit und gesund durch Bits und Bytes“, kurz: den Gesundheitsbereich. In diesem Bereich ist „EmergencyEye“ immer gefragter. Die Zahl der Kreisleitstellen, die auf die Notfallsoftware aus Grevenbroich setzen, steigt stetig. „In Kürze kommen weitere hinzu“, sagt Corevas-Mitgründer Viktor Huhle, der die Idee zu „EmergencyEye“ hatte. Zugleich wird die Software stetig weiterentwickelt. Kürzlich hat Corevas auch den Prototyp ihres „barrierefreien Notrufs“ für Gehörlose vorgestellt.

Viktor Huhle zieht ein positives Fazit des Festivals in Tuttlingen. „EmergencyEye“ ist weiter auf Expansionskurs. „Anfragen von Kreisleitstellen aus Baden-Württemberg gibt es bereits“, sagt Huhle. Allen voran aus Tuttlingen. Klar, das „Weltzentrum der Medizintechnik“ möchte auch in Sachen „EmergencyEye“ vorne dabei sein.

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