Rhein-Kreis Neuss: DGB fordert Maßnahmen gegen Niedriglöhne

Kreisverband Neuss : DGB fordert Maßnahmen gegen Niedriglöhne

Der Kreisverband Neuss des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sorgt sich um die armutsfeste Alterssicherung. Der Grund: Laut DGB arbeiten 16.235 Menschen im Rhein-Kreis zu Niedriglöhnen.

Der Bruttolohn von 10,80 Euro sei die nach internationalen Standards in Deutschland geltende Grenze für Niedriglohn. Im Rhein-Kreis waren laut DGB nach Auswertungen von Zahlen, die allerdings aus dem Jahr 2017 stammen, 16,4 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten zu Stundenlöhnen von weniger als 10,80 Euro beschäftigt. „Besonders hoch ist mit 31,7 Prozent der Anteil von Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss sowie mit 36,3 Prozent bei Menschen mit Migrationshintergrund“, teilt DGB-Kreisvorsitzender Udo Fischer mit.

Udo Fischer ist Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Neuss. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Die Auswirkungen für Menschen, die trotz Arbeit „keine Chance auf ordentliche Entlohnung haben“, müssten wirksamer bekämpft werden. Niedriglöhne schüren, so der DGB, soziale Ängste und Unsicherheiten und würden eine „armutsfeste Alterssicherung“ verhindern. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei nach wie vor gut – trotz sich abschwächender Konjunkturprognosen.

Udo Fischer fordert eine Stärkung der Tarifbindung. „Imer mehr Arbeitgeber sind ohne Tarifvertrag – auch durch sogenannte Mitgliedschaften ohne Tarifbindung – in den Arbeitgeberverbänden. Stärkung heißt vor allem Erleichterung von Erklärungen zur Allgemeinverbindlichkeit, Verbesserung der Nachwirkung von Tarifverträgen sowier die Einführung von umfassenden Tariftreueregelungen im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe.“

Zugleich müsse die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen erleichtert werden. „Gerade in den Branchen, die Niedriglöhne zahlen, ist die Tarifbindung extrem gering“, betont Fischer. „Außerdem muss der gesetzliche Mindestlohn perspektivisch auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben werden.“

(NGZ)
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