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Rhein-Kreis Neuss: Das Ende des Autos für jedermann - ein Kommentar

Neue Mobilität im Rhein-Kreis Neuss : Auto für alle – das war einmal

Läuft es beim Strukturwandel nach dem Braunkohleausstieg alles nach Plan, könnte der Rhein-Kreis Neuss im Rheinischen Revier Teil einer Vorzeigeregion für klimafreundliche Mobilität in Europa werden. Bis es soweit ist, müssen aber noch ein paar unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden. Das Auto für alle ist passé. Ein Kommentar.

Schöne neue Autowelt: Leise und vor allem emissionsfrei – falls mit Ökostrom geladen – rollen E-Autos durch Stadt und Land. So schön, so schwierig. E-Mobilität ist, aller Förderung zum Trotz immer noch so teuer, dass sie für viele Verbrenner-Fahrer unerschwinglich ist. Noch problematischer ist die Infrastruktur, die mit der steigenden Nachfrage kaum mithält. In dieser Woche zeigte eine Auswertung des Verbands der Automobilindustrie, dass der Rhein-Kreis, was die Ausstattung mit öffentlichen Ladesäulen angeht nur Mittelmaß ist.

Doch selbst wenn Ladesäulen noch intensiver gefördert würden, ist es unwahrscheinlich, dass alle „Laternenparker“, die nicht die Chance haben, eine eigene Wallbox zu installieren, in absehbarer Zukunft die Möglichkeit haben werden, ein E-Auto sinnvoll einzusetzen. Das wird gern ausgeblendet und – weil unpopulär – zwar nicht generell verschwiegen, aber doch selten thematisiert. Das eigene Auto für alle wird es wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr geben. Um so wichtiger, dass die Alternativen jetzt schon angeschoben werden – und zwar mit Macht, denn die Verbrenner fahren zwar noch einige Jahre, es ist aber auch fast nichts zäher als der Aufbau neuer Mobilitätsstrukturen.

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Beim Mobilitätskongress Rheinisches Revier in Neuss wurde die Lösung des Problems von Verkehrsministerin Ina Brandes beschrieben: bessere Vernetzung aller Verkehrsmittel durch Mobilstationen, bei denen man schnell vom E-Bike auf saubere Sharing-Fahrzeuge umsteigen kann oder in Elektrozüge, die in enger Taktung fahren und per App gebucht werden. Wer Autofahrer überzeugen will, dass das wirklich geht, braucht ebenso viel Mut wie Geld und einen langen Atem. „Heilig’s Blechle“ eben, der Abschied wird schwer fallen. Würden Sie es wagen? Und was müsste passieren, damit Sie aufs eigene Auto verzichten? Schreiben Sie mir gerne eine E-Mail zum Thema.