Rhein-Kreis Neuss: Creditreform begrüßt Regelung zum Lastschriftverfahren

Unternehmen mit Sitz in Neuss : Creditreform begrüßt Regelung zum Lastschriftverfahren

Die Lastschrift, eine der beliebtesten Zahlungsarten im Online-Handel, war bedroht. Der Grund: Im Zuge der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 muss Mitte September die sogenannte starke Kundenauthentifizierung umgesetzt werden.

Eine Stellungnahme der Europäische Bankenaufsicht (EBA) deutete darauf hin, dass dies auch die Lastschrift betreffen solle. Dagegen gab es Proteste aus dem Online-Handel. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellte inzwischen klar: In Deutschland wird das Lastschriftverfahren funktionieren wie bisher – ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die Creditreform Boniversum GmbH mit Sitz in Neuss sieht in dieser Entscheidung signifikante Vorteile für den Online-Handel und Verbraucher.

Anfang 2018 trat die neue EU-Zahlungsrichtlinie PSD2 in Kraft. Sie soll den europäischen Zahlungsverkehr für den Verbraucher transparenter, sicherer und bequemer gestalten. Die EU-Richtlinie bedingt unter anderem, dass bis Mitte September 2019 im Online-Handel die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgesetzt werden muss. Kunden müssen dabei in der Regel zwei von drei Faktoren aus den Kategorien Wissen (zum Beispiel Passwort oder PIN), Besitz (zum Beispiel Mobiltelefon oder Badge) und Eigenschaften (zum Beispiel Fingerabdruck oder Stimme) vorweisen.

Die Frage, ob Online-Konsumenten künftig auch bei der Erteilung eines Lastschriftmandats zwei Faktoren präsentieren müssen, ergab sich durch eine EBA-Stellungnahme und führte zu Irritationen. Die BaFin hat nun klargestellt, dass eine starke Kundenauthentifizierung für eine Lastschrift nur dann erforderlich ist, wenn die Bank des Zahlers bei der Erteilung des Lastschriftmandats eingebunden ist. Das ist laut Mitteilung der Creditreform Boniversum GmbH in Deutschland fast nie der Fall. „Der Handel hat lange versucht, PSD2 zu verdrängen beziehungsweise eine Veränderung oder einen Aufschub für die Anforderungen der starken Kundenauthentifizierung (SCA) zu erwirken. Die regulatorischen technischen Standards (RTS) sind umsetzbar und auch sinnvoll“, erklärt Adrian Brosterhues-Niedziolka, Leiter Projektmanagement Risk Solutions der Creditreform Boniversum GmbH. „Nur leider wirkt sich insbesondere die Zwei-Faktor-Authentifizierung im ansonsten weitestgehend nutzeroptimierten Digital Commerce als Störfaktor aus. Der Nutzer muss sich zukünftig bei vielen Zahlungsarten anhand von zwei Faktoren authentifizieren.“ Brosterhues-Niedziolka ist der Meinung, „dass viele Privatkunden erstmal überfordert sein werden mit den zusätzlichen Autorisierungsmechanismen und den vielen nicht transparenten Ausnahmeregelungen der RTS.“ Adrian Brosterhues-Niedziolka beschreibt die Auswirkungen für den Zahlungsverkehr: „Die PSD2 macht den Zahlungsverkehr für den Verbraucher wie geplant sicherer, aber nicht unbedingt bequemer.“ Das werde dem Digital Commerce insgesamt für eine gewisse Zeit schaden. „Da Rechnung und Lastschrift als Zahlungsverfahren nicht betroffen sind, werden vor allem größere Händler oder Plattformen beziehungsweise Marktplätze, die entsprechende Prozesse etabliert haben und das Risiko steuern können, davon profitieren.“

(NGZ)
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