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Rhein-Kreis Neuss: Corona-Zahlen fehlen in Arbeitsmarktstatistik März 2020

Arbeitslosenzahlen im Rhein-Kreis Neuss : Corona-Pandemie erfasst den Arbeitsmarkt

Die Agentur für Arbeit Mönchengladbach, die auch für den Rhein-Kreis Neuss zuständig ist, hat am Dienstag die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt vorgelegt. Demnach sank die Arbeitslosenquote im Rhein-Kreis im März 2020 auf 5,0 Prozent (Vormonat: 5,2 Prozent; März 2019: 5,1 Prozent). Allerdings sind diese Zahlen nur bedingt aussagekräftig.

Denn der Zähltag für die verarbeiteten Daten lag vor dem Beginn der bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Zahlen spiegeln daher lediglich die Lage vor den Maßnahmen. Verstärkte Auswirkungen der Coronakrise werden erst in den Agentur-Daten zum Arbeitsmarkt für den Monat April deutlich werden.

Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, erklärt: „Mit den Zahlen Ende April werden wir einen genaueren Überblick darüber haben, welche Auswirkungen die Coronakrise auf die Beschäftigung in der Region insgesamt hat. Derzeit liegt die Konzentration insbesondere darauf, Beratungen zu Kurzarbeit und die Zahlbarmachung von Leistungen zu gewährleisten.“ Die Beratungs-Hotlines seien maximal ausgelastet. „Wir bündeln alle Kräfte, bauen seit Beginn der Pandemieauswirkungen massiv Personal auf, um unsere Arbeitnehmer- und Arbeitgeberkunden in der Region in dieser schwierigen Phase bestmöglich zu unterstützen.“

Aufgrund der Vielzahl der Anträge auf Kurzarbeit – vor Ort knapp über 3000 Anträge zurzeit – hat die Agentur für Arbeit ihr laufendes Geschäft umorganisiert, so dass anstelle von üblicherweise 20 Fachkräften nun 150 und Ende der Woche 180 mit der Erledigung dieser Aufgabe beschäftigt sein werden. „Letztendlich werden die Betriebe im Laufe der nächsten Woche die Listen derjenigen Mitarbeiter einreichen, für die wir Kurzarbeitergeld an den Betrieb überweisen. Erst nach dieser Phase wissen wir, wieviel Bezieher hier im Bezirk von Kurzarbeit profitieren werden“, teilt die Agentur für Arbeit mit.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betont mit Blick auf die März-Zahlen auf dem Arbeitsmarkt: „Es erfüllt mich mit Freude, dass der Arbeitsmarkt zuletzt noch sehr robust war. Das ist eine gute Basis für die Wiederbelebung unserer Wirtschaft nach der Corona-Krise.“ Es sei jedoch zu erwarten, „dass die Arbeitslosenzahlen durch die Pandemie in den nächsten Wochen auch bei uns steigen werden.“ Das Ziel des Kreises und seiner Wirtschaftsförderung sei es daher, gemeinsam mit den Unternehmen und Kommunen „nach Corona“ dort anzuknüpfen, wo man war – „auf dem niedrigsten Stand arbeitssuchender Menschen weit und breit“.

Zu den Zahlen im Rhein-Kreis Neuss: In der Geschäftsstelle Neuss sank die Arbeitslosenquote im März 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent (März 2019: 5,5 Prozent). In der Geschäftsstelle Dormagen stieg die Arbeitslosenquote im März 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent (März 2019: 4,4 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich ging die Arbeitslosenquote im März 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent (März 2019: 4,4 Prozent) zurück. Das teilt die Agentur für Arbeit mit.

Die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Zudem gibt es Zahlen zum Ausbildungsmarkt in der Region. Bis März 2020 hat der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Mönchengladbach und der beiden Jobcenter insgesamt 2714 Berufsausbildungsstellen eingeworben. Gegenüber dem März 2019 sind dies 222 Ausbildungsstellen weniger. Im Rhein-Kreis Neuss wurden 1416 Ausbildungsstellen gemeldet (- 251 zum Vorjahr). Die Zahl der Bewerber beläuft sich im Agenturbezirk zum Stichtag März 2020 auf 4048 (- 17 zum Vorjahr). Im Rhein-Kreis Neuss sind 2374 Bewerber (- 54 zum Vorjahr) registriert und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

(NGZ)