Rhein-Kreis Neuss: Auftaktveranstaltung der Initiative "Digitaler Rhein"

Auftaktveranstaltung in Neuss : Der Rhein wird digital

Die Initiative „Digitaler Rhein“ will die Region zum digitalen Vorreiter machen. Dabei sollen die Chancen der Digitalisierung genutzt und in den Blick genommen werden.

Das neue Netzwerk „Digitaler Rhein“ ist mit seiner Auftaktveranstaltung auf der Raketenstation Hombroich offiziell gestartet. Die Initiative, der Vertreter aus Wissenschaft und Politik angehören, hat es sich zum Ziel gemacht, die Region zum digitalen Vorreiter zu machen. Protagonisten der Initiative sind die „Digitale Stadt Düsseldorf“ mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Stephan Schneider und die Unternehmerschaft Düsseldorf mit der Neusserin Jutta Zülow als Vorsitzender. Schneider machte bei der Auftaktveranstaltung deutlich, dass er das Vorhaben nicht allein auf die Landeshauptstadt begrenzen, sondern gleich eine ganze Region – der Rhein-Kreis Neuss spielt dabei eine große Rolle – mit einbeziehen möchte. Sie soll „mit der nötigen Infrastruktur versehen werden und branchenübergreifend digitale Leuchtturmprojekte umsetzen“.

Digitalisierung, Robotik, Industrie 4.0: Die Zukunft ist digital. Das bedeutet besondere Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort. Foto: Tinter, Anja (ati)

Insbesondere soll die Politik auf die Anforderungen der Wirtschaft aufmerksam gemacht werden – im Dialog. „Es ist an der Zeit, dass wir in der gesamten Region mit einer Stimme sprechen, wenn es um das Thema Digitalisierung geht“, erklärt Jutta Zülow. „Wir Unternehmen haben weitestgehend unsere Hausaufgaben gemacht, aber im politischen Raum sehen wir großen Handlungsbedarf.“ Ziel müsse es sein, alle Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung besser zu verzahnen. Man brauche eine gemeinsame Strategie. Die Initiative „Digitaler Rhein“ möchte daher den Dialog von Politik und Wirtschaft stärken. Wichtig ist den Beteiligten, dass man in der Region an einem Strang zieht. Dabei sollen die Chancen der Digitalisierung betont werden.

Bei der Auftaktveranstaltung war unter anderem Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, dabei. Er warf einen Blick auf den status quo im Rheinland. Allein sechs wissenschaftliche Exzellenz-Cluster zählte er für Bonn auf; das seien mehr als in ganz Bayern. Und das Rheinland in toto liege mit Baden-Württemberg mindestens gleichauf, was zukunftsweisende Technologie-Center angehe.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Möge der aktuelle Status an Rhein und Ruhr noch so vielversprechend sein, sei doch anhaltend an unzähligen Stellschrauben zu drehen. Als frühes Resümee war zu hören: Nicht mehr an der analogen Wirtschaftsweise festhalten, denn das führe ins Abseits. Man müsse „Wagnisse eingehen, die fein säuberlich durchbuchstabiert sind“. Wie so etwas aussieht, das machte Ernest Debets (e.Go Mobile) klar. Er legte ein komplett neues Konzept für die Herstellung von elektrisch betriebenen Autos vor. Strikte Transparenz auf allen Produktionsstufen sowie Virtual Reality spielen dabei zentrale Rollen. Kognitive Roboter stellte Sven Behnke (Universität Bonn) vor. Um „das völlig neue Anwendungsgebiet Autonomes Fahren“ kreisten seine Ausführungen, die auch sehr praxisnahe Navigationen im Warenlager nicht ausließen. In der konsequenten Kombination menschlicher Intelligenz mit autonomen Robotern sieht er „die“ Herausforderungen der Zukunft.