2027 soll der erste Windstrom-Korridor zur Verfügung stehen Amprion will Stromautobahn bis Meerbusch schneller bauen

Rhein-Kreis · Ohne Stromnetzausbau keine Energiewende. Als einer von vier Übertragungsnetzbetreibern spielt Amprion dabei eine wichtige Rolle. Der Netzausbau geht in Teilen offenbar sogar schneller als geplant – auch bis Meerbusch-Osterath.

 In Meerbusch entsteht ein Konverter für die Stromautobahn von Nord nach Süd.

In Meerbusch entsteht ein Konverter für die Stromautobahn von Nord nach Süd.

Foto: RP/Dominik Schneider

Der Strom-Übertragungsnetzbetreiber Amprion sieht sich beim Netzausbau auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr hätten sich die Investitionen auf einen Rekordwert von rund drei Milliarden Euro mehr als verdoppelt, sagte Amprion-Chef Hans-Jürgen Brick am Donnerstag in Dortmund.

„Die gesetzlichen Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus zeigen Wirkung“, sagte er. So habe man den Baubeginn der Gleichstromverbindung A-Nord von Emden in Niedersachsen nach Meerbusch-Osterath um ein Jahr vorziehen können. „In Verbindung mit dem Projekt Ultranet wird A-Nord ab dem Jahr 2027 deutschlandweit der erste Windstrom-Korridor sein, der große Mengen grünen Stroms von der Nordsee in den Westen Deutschlands und bis nach Baden-Württemberg transportiert“, betonte er. Bis zum Jahresende 2024 rechnet Amprion für den Bereich Meerbusch mit den Planfeststellungsbeschlüssen und damit, dort Baurecht zu erhalten. Dort, wo es möglich ist, möchte Amprion einen vorzeitigen Baubeginn bei der Bundesnetzagentur beantragen und hofft, schon früher erste Arbeiten durchführen zu können.

Amprion ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern im Deutschland. Die anderen sind Tennet, 50Hertz und TransnetBW. Sie betreiben das sogenannte Höchstspannungsnetz, das Strom über weite Strecken transportiert. Diese Leitungen werden auch „Stromautobahnen“ genannt. Das gesamte deutsche Übertragungsnetz ist etwa 35.000 Kilometer lang. Amprion ist unter anderem für rund 11.000 Kilometer in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland zuständig. Eigentümer von Amprion sind ein Konsortium von Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft und von Versorgungswerken mit 74,9 Prozent sowie der Energiekonzern RWE mit 25,1 Prozent.

Im laufenden Jahr will Amprion die Investitionen weiter steigern, und zwar auf 3,9 Milliarden Euro. Von 2024 bis einschließlich 2028 rechnet das Unternehmen mit Investitionen in Höhe von insgesamt rund 27,5 Milliarden Euro.

(ki-/mit dpa)
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