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Rhein-Kreis: Markante Orte, die eine neue Funktion bekommen haben

Neue Funktion im Rhein-Kreis : Markante Orte mit neuer Bestimmung

Viele Jahre zuvor hat es an vielen Stellen im Rhein-Kreis noch anderes ausgesehen als heute. Wir stellen einige dieser gewandelten Orte vor und erzählen, was sie mal waren.

Landestheater und Kreishaus 1962 wurde es eröffnet, das „modernste Kaufhaus Westdeutschlands“ – und zwar mitten in Neuss, genauer gesagt: an der Oberstraße. Dort, wo man bis 1999 einkaufen konnte, befindet sich heute das Rheinische Landestheater, das Kino „Hitch“ und das Kreishaus Neuss. Das ehemalige Einkaufszentrum „Horten“ (früher Merkur) wurde komplett umfunktioniert (ursprünglich mit Passage) und deutlich verschönert. Heute zählt der weiße Gebäudekomplex zu den markantesten im Rhein-Kreis. Und: Zu den Orten, die das Leben im Kreis prägen – sowohl kulturell als auch verwaltungstechnisch.

Adresse: Oberstraße 95, Neuss

„Gare du Neuss“ Früher befand sich gleich neben dem heutigen Personen-Hauptbahnhof in Neuss auch ein Güterbahnhof. Diese Zeit gehört der Vergangenheit an, denn die unmittelbare Umgebung des Bahnhaltepunktes hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Zu den größten Veränderungen zählt die Verwandlung vom Güterbahnhof in die Event-Location „Gare du Neuss“, in der das alte Bahnhofs-Ambiente auf besondere Art und Weise mit einem traditionellen Trödelmarkt, einem Vintage-Café sowie einer großen Veranstaltungsfläche kombiniert wird. Der „Gare du Neuss“ ist inzwischen auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, viele Besucher zieht es in den alten Bahnhofsteil, in dem immer wieder auch kulturelle Veranstaltungen ausgetragen werden. Mit dem „Gare du Neuss“ hat die Stadt mitten in ihrem Herzen einen wohl einzigartigen Raum für Events gewonnen.

Adresse: Karl-Arnold-Straße 3-5, Neuss

Tagebaulandschaft Ein Drittel der Gemeinde Jüchen ist Tagebau. Das hat in den vergangenen Jahrzehnten für deutliche Veränderungen des Landschaftsbildes gesorgt. Der Braunkohlentagebau zieht südlich von Jüchen in Richtung Erkelenz. Das hat auch die Umsiedlungen einiger Ortschaften notwendig gemacht. Wo sie früher lagen, ist heute eine bis zu 200 Meter tiefe Grube zu sehen. Das zieht Touristen in die Region. Besonders empfehlenswert für Besucher ist der Aussichtspunkt „Skywalk“ direkt am Autobahn-Dreieck Jackerath. Wer nicht ans andere Ende des Tagebaus fahren will, kann sich aber auch zwischen Hochneukirch und Mönchengladbach-Wanlo an einem nagelneuen Aussichtspunkt einen Überblick verschaffen.

Adresse: Landstraße 241, 52445 Titz („Skywalk“ Jackerath)

Haus Katz Früher war es die Heimat des Geschlechts „von Katz“, heute ist es eines der bedeutendsten Bauwerke im Gemeindegebiet von Jüchen. Und sogar eine gefragte Hochzeits-Location. Dass das Haus Katz einmal zu so einem „Schmuckstück“ wird, damit hätte Mitte der 1970er Jahre noch niemand gerechnet. Damals schlummerte das markante Gebäude an der Alleestraße in einem Dornröschenschlaf und verfiel im Laufe der Jahre, weil es damals bereits einige Zeit nicht mehr genutzt worden war. 1978 hat es sich eine Bürgerinitiative zur Aufgabe gemacht, das Haus zu retten und in das knallgelbe Gebäude zu verwandeln, dass heute so etwas wie das Wahrzeichen der Gemeinde ist – natürlich neben Schloss Dyck. Die Restaurierung des Hauses Katz hat bis Anfang der 1980er Jahre gedauert, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Noch heute tagt dort der Gemeinderat – und außerdem haben sich viele Brautpaare im Haus schon das Ja-Wort gegeben.

Adresse: Alleestraße 1, Jüchen

Rathaus-Galerie Das heutige Stadtzentrum von Dormagen war noch vor einigen Jahren bei Weitem nicht so attraktiv. Denn da, wo heute das Dormagener Verwaltungs- und das Einkaufszentrum stehen, waren früher lediglich simple Schotterparkplätze. Die Rathaus-Galerie gibt es seit 1994, die Jahreszahl ist im Boden eingelassen. An der Römerstraße befand sich damals auch das Gebäude der Musikschule. Sowohl das Verwaltungs- als auch das Einkaufszentrum werten die Innenstadt deutlich auf. Die Rathaus-Galerie zieht durch moderne Bekleidungsgeschäfte auch Bürger aus umliegenden Orten in die Stadt.

Adresse: Kölner Straße, Höhe Hausnummer 96, Dormagen

Stadtbibliothek Wo sich heute Bücher-Fans austoben, befand sich bis vor einigen Jahren noch die Berufsfeuerwehr Dormagen. Die Stadtbibliothek zählt damit zu den Orten im Rhein-Kreis, die sich in der Vergangenheit sehr stark gewandelt haben. Viele Dormagener wissen gar nichts von der interessanten Geschichte ihrer Stadtbibliothek, an die heute nur noch ein alter Steigturm der Feuerwehr erinnert. Die Einsatzkräfte sind inzwischen in eine moderne Feuerwache im Gewerbegebiet „Top West“ gezogen und sichern von dort aus den Brandschutz. Die Stadtbibliothek an sich lohnt sich für einen Besuch. Leseratten können dort Bücher aus unterschiedlichen Genres ausleihen und sich bei gemütlicher Atmosphäre ans Lesen begeben.

Adresse: Marktplatz 1, Dormagen

Kreiskulturzentrum Sinsteden Hühner und Gänse kann man dort immer noch finden, von Kühen sind nur Ställe geblieben. Mit dem Umbau des alten Bauernhofs in Sinsteden 1993 zum Kreiskulturzentrum zog zum einen Kunst in das Gemäuer ein, wurde das Geflügel zum anderen wissenschaftliches Forschungsobjekt. Auch das Kaltblut-Archiv ist dort zu finden, immer wieder gibt es Konzerte mit Bluesmusik, im ehemaligen Stallgebäude Ausstellungen. Manches Mal mit Bezug zur landwirtschaftlichen Vergangenheit des Ortes, manches Mal unter rein künstlerischen Aspekten. Und in einer Dauerschau ist dort altes Gerät ebenso zu bestaunen wie aktuelle Kunst. Denn mit den zwei großen Ausstellungshallen für die Steinskulpturen von Ulrich Rückriem ist das Kreiskulturzentrum der einzige Ort in Europa, der einen umfassenden Einblick in die Kunst des Bildhauers gibt.

Grevenbroicher Straße 21, Rommerskirchen

Königshovener Höhe Der Braunkohlenabbau hat nicht nur die Geschichte der Stadt Grevenbroich geprägt, sondern auch deren Landschaft. Die meisten Anhöhen, die zum Stadtbild gehören, sind auf künstlichem Wege entstanden und haben dafür gesorgt, dass sich das optische Erscheinungsbild der Stadt an manchen Stellen deutlich verändert. Ein Beispiel für eine solche Veränderung ist die Königshovener Höhe bei Frimmersdorf und Neurath. Die Anhöhe ist rekultiviertes Tagebau-Land, das heute zahlreichen Tierarten eine Heimat bietet, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Früher befand sich an der Stelle des künstlichen Bergs aus Abraum der Ort Königshoven. Inzwischen erinnert eine Gedenk-Kapelle an der Stelle an den Ort, an der bis zur Umsiedlung in den 1970er Jahren auch die Königshovener Kirche stand.

Adresse: Zugang über Provinzstraße. Grevenbroich

Stadtkern Unter dem Motto „Die Erde heilen“ wurde 1995 die Landesgartenschau ausgetragen. Die Veranstaltung prägt das Bild der Schlossstadt bis heute. Verwandelt wurden für die Gartenschau unter anderem die Grünflächen im Bereich des Alten Schlosses, die noch heute beliebte Naherholungsanlagen sind. Für die Schau wurden im Vorfeld auch einige Bahnübergänge entfernt und durch Tunnel ersetzt. So führt eine der Hauptverkehrsstraßen Grevenbroichs auch durch den Elsbachtunnel, der unter der Bahnlinie Köln-Mönchengladbach verläuft und einen reibungslosen Verkehrsfluss garantiert. Die Landesgartenschau vor 20 Jahren hat für wesentliche Veränderungen in der Stadt gesorgt.

Adresse: Schlossstraße. Grevenbroich

Kaarster See Begonnen hat 1934 alles mit der Kiesgewinnung für die Produktion von Materialien für den Straßen- oder Hausbau. Heute ist der Kaarster See als Baggersee einer der beliebtesten Ausflugsziele im Rhein-Kreis – und ein Ort, der sich vor rund 30 Jahren stark gewandelt hat. Gerade an heißen Sommertagen kommen dort viele Bade-Freunde aus der gesamten Region zusammen, um am kleinen oder großen See zu entspannen und zu plantschen. Der See entstand übrigens ausschließlich durch Grundwasser, das durch die Kiesförderung aufkam. Der Kaarster See zählt heute zu den Gewässern mit der besten Wasserqualität in der Umgebung. Betrieben wird er vom Wasserwerk Grevenbroich.

hbm/cka

(hbm/cka)