Rhein-Kreis: Kultureinrichtungen wollen auch digital auftreten

Konzept vorgestellt : Die Kultur im Rhein-Kreis wird digital

Die Kultureinrichtungen wollen ihr Angebot digital präsentieren und so auch neue Zielgruppen gewinnen.

Kulturdezernent Tillmann Lonnes formulierte es kurz und knapp: „Wenn wir diesen Weg nicht gehen, dann finden unsere Einrichtungen in naher Zukunft nicht mehr statt“, sagte er im Kreiskulturausschuss nach der Präsentation des Digitalisierungskonzeptes. Das betrifft das Kreismuseum Zons, das Kreisarchiv, das Kulturzentrum Sinsteden sowie das Internationale Mundartarchiv Ludwig Soumagne. Deren Leiter hatten das Konzept entworfen, das Verena Rangol vom Kreismuseum den Ausschussmitgliedern vorstellte. Und selten herrschte so geschlossen Einigkeit, wurde ohne Gegenstimme und Enthaltung beschlossen, die Umsetzung zu empfehlen.

Verena Rangol stellte das Konzept im Kreiskulturausschuss vor. Foto: Anja Tinter

Angelegt ist das Konzept auf fünf Jahre (2019 bis 2023) mit Kosten von etwas mehr als 400.000 Euro, die anteilmäßig in den nächsten Jahren in den Haushalt eingestellt werden müssten. Der größte Batzen (rund 330.000 Euro) wird dabei für drei Honorarkräfte (fünf Jahre jeweils zwei Arbeitstage pro Woche) ausgegeben, die die Sammlungen digitalisieren sollen. Ihr Profil: Kunsthistoriker/Historiker oder vergleichbare Ausbildung. Hinzu käme, nach 2021, eine Fachkraft, die die Bibliotheksbestände (circa 30.000 Bücher allein in Zons) inventarisieren soll. Die Kosten dafür werden mit knapp 51.000 Euro beziffert. Der „Rest“ wird veranschlagt für technisches Equipment (7000 bis 8000 Euro) wie zum Beispiel Tonbandmaschinen oder eine Roundview-Kamera und die Erstellung von eigenen Websites (rund 15.000 Euro).

Deren Fehlen, erklärte Verena Rangol, würde auch von Besuchern kritisiert. Denn aktuell sind die Internetauftritte der Einrichtungen in die Website des Rhein-Kreises integriert. Die Nutzer finden sie unter dem Reiter „Freizeit & Kultur. „Unübersichtlich“, „gestalterisch unansprechend“ wird die Darstellung im Konzept genannt, eben angelehnt an eine Verwaltungsseite. „Eine ansprechende Präsentation im Internet ist die erste Begegnung mit neuen und alten Zielgruppen“, sagte Rangol. Und neue Zielgruppen zu erschließen, gedacht ist dabei vor allem an die 15- bis 35-Jährigen, sei eines der wichtigsten Ziele für eine Digitalisierung. „Hinzu kommt natürlich der Zugang zu den Angeboten für Menschen mit Behinderung“, so Verena Rangol weiter, wie auch Kooperationen mit anderen Museen und Archiven, die so wesentlich erleichtert würden.

Auch die sozialen Medien sollen künftig eine Rolle spielen. So wird sich das Kreismuseum Zons als erste der Einrichtungen bei Facebook präsentieren. „Dann ist es auch möglich, mit den Nutzern direkt in Kontakt zu treten“, so Rangol. Außerdem wäre eine eigene Wikipedia-Seite wünschenswert, denn: „Für die meisten Internetnutzer stellt Wikipedia die erste Informationsquelle dar“, heißt es im Konzept.