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Rhein-Kreis: Interreg-Ausschuss genehmigt sechs neue deutsch-niederländische Projekte

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : Deutsch-Niederländisches Projekt-Sixpack

Der Interreg-Ausschuss der Euregio Rhein-Maas-Nord, zu der auch der Rhein-Kreis Neuss gehört, hat sechs neue Projekte zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland genehmigt.

Die Kosten werden zur Hälfte von den Projektpartnern selbst getragen, die andere Hälfte, insgesamt 165.848 Euro, besteht aus EU-Mitteln.

Ziel dieses Projekts ist eine Machbarkeitsstudie über die Schaffung eines euregionalen gastronomischen Instituts. Dort können Spitzenrestaurants neue Spitzenköche und Servicemitarbeiter ausbilden, wobei der Schwerpunkt auf dem Kochen mit regionalen Produkten und Gastfreundschaft liegt. Im Frühjahr 2021 wird ein großes Symposium für den kulinarischen Sektor aus der Dreiländerregion mit Referenten aus Frankreich und den USA organisiert, wo es solche gastronomischen Institute bereits gibt. Die Euregio will sich nach eigenen Angaben als gesunde und touristisch attraktive Region profilieren und sich dem Trend zu gesunder und schmackhafter Ernährung mit regionalen Produkten anschließen.

Wie viele niederländisch-deutsche Unternehmen gibt es in der Euregio Rhein-Maas-Nord und wie hoch ist das Bruttoinlandsprodukt auf euregionaler Ebene? Ziel eines weiteren Interreg-Projekts ist es, Daten zu sammeln, die die Wirtschaftskraft der grenzüberschreitenden Euregio zeigen. Dies sei wichtig, um Unternehmen anzulocken, aber auch für den Arbeitsmarkt und die politische Lobby gegenüber Den Haag und Düsseldorf. Am Ende des Projekts soll ein Seminar stattfinden und die Forschungsergebnisse werden auf einer zweisprachigen Website visualisiert.

Wie geht es den Jugendlichen in der Grenzregion nach der Corona-Krise? Hat sich ihr Medienverhalten geändert, ihr Verhältnis zu Familie und Freunden und ihr Drogen- oder Alkoholkonsum? In einem dritten Projekt wird eine Online-Umfrage unter rund 2500 Schülern an 50 Schulen in NRW und der Provinz Limburg durchgeführt. Dabei wird auch gefragt, ob sich die Einstellung gegenüber dem Nachbarland geändert hat, da sich die Maßnahmen in den Niederlanden und in Deutschland während der Corona-Krise unterschieden haben.

Darüber hinaus wurde drei Wechselausstellungen in diesem Jahr und deren Rotation zwischen deutschen und niederländischen Museen im Jahr 2021 beschlossen. Diese richten sich an natur- und kulturgeschichtlich interessierte Besucher der Euregio. Die Biologische Station Krickenbecker Seen und das Openluchtmuseum De Locht werden als erste starten, gefolgt von zehn weiteren Museumsnetzwerkpartnern.

Der Nordkanal oder auch Grand Canal du Nord wurde 1806 von Napoleon initiiert, um Maas und Rhein zu verbinden. Die niederländischen und deutschen Kommunen wollen die Geschichte dieses Kanals im wachsenden Fahrradtourismusmarkt stärker auf die digitale Landkarte setzen. Die erste Version dieser Fahrradroute stammt aus dem Jahr 2003. Nun werden zunächst alle verkehrstechnischen Engpässe aufgezeigt, denn die Zahl der Straßen und Fahrzeuge ist in den vergangenen 17 Jahren stark gestiegen. Auch die Bürger werden in dieses Projekt einbezogen, um die Qualität der Fahrradroute zu erhöhen.

Das sechste Projekt wird wiefolgt angekündigt: Die Theater Krefeld-Mönchengladbach und Venlo liegen nur 36 Kilometer voneinander entfernt. Dennoch kommt nur ein Prozent ihrer Besucher von jenseits der Grenze. Und das, obwohl das Angebot an Oper und klassischem Ballett in Deutschland groß ist, wohingegen das an Modernem Tanz und Trance & Urban Culture in den Niederlanden größer ist. Für die Saison 2020/2021 werden die Theater eine Machbarkeitsstudie zur strukturellen Zusammenarbeit durchführen und auf dieser Grundlage einen Projektplan für 2021-2025 erstellen. Koproduktionen und Programmerstellung auf beiden Seiten sind ebenfalls Teil des Projekts.

(NGZ)