1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Rhein-Kreis: Im Kreiskulturzentrum in Sinsteden werden eindrucksvolle Bilder aus der Tier- und Pflanzenwelt gezeigt.

Ausstellung im Rhein-Kreis : Die besten Tierfotografien in Sinsteden

Zum siebten Mal werden im Kulturzentrum an der alten B59 Tier- und Naturbilder gezeigt, die beim Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf 2019“ ausgezeichnet wurden. Momentaufnahmen, die faszinieren.

Ein Puma jagt ein ausgewachsenes Guanako-Männchen. Für diese spannende Momentaufnahme verbrachte der deutsche Tierfotograf Ingo Arndt mehr als sieben Monate in der Wildnis Patagoniens. Sein Lohn: Er gewann den ersten Platz in der Kategorie „Säugetiere“ beim Wettbewerb zum europäischen Naturfotografen des Jahres 2019. Zum siebten Mal holt die Museumsleiterin des Kreiskulturzentrums in Sinsteden, Kathrin Wappenschmidt, die Preisträger ins Rheinland.

Die Kieler Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) schreibt jährlich einen europaweiten Wettbewerb aus, der neben Säugetieren auch die Bereiche Landschaften, Mensch und Natur, Vögel, Pflanzen und Pilze, Unter Wasser und andere Tiere umfasst. Bis zu 100.000 Einsendungen muss die Jury unter der Schirmherrschaft von Beate Jessel, der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, bewerten. Gut 70 prämierte oder lobend erwähnte Fotos haben Kathrin Wappenschmidt und ihr technischer Mitarbeiter Christoph Esser für die Wechselausstellung zusammengetragen. Der jagende Puma gewann übrigens auch im vergangenen Jahr den Publikumspreis.

Ein Puma greift ein Guanako an. Das Bild von Ingo Arndt ist auch in der Ausstellung zu sehen. In der Kategorie „Säugetiere“ kam es auf den ersten Platz. Foto: Ingo Arndt

An exponierter Stelle hängt das Foto des Gesamtsiegers: Der spanische Naturfotograf Eduardo Blanco Mendizabal hat den „Geist“ porträtiert. In dunkelblauer Dämmerung sitzt ein an seinen Ohren deutlich erkennbarer schwarzer Luchs im Zwielicht. „Das Bild ist ebenso gewagt und mutig wie eindringlich und schön“, sagt das Jurymitglied Richard Peters, der bekannte britische Wildlife-Fotograf. Und tatsächlich: Wenn sich die Augen an die Dunkelheit des Bildes gewöhnt haben, erwacht es zum Leben. Die weitaus meisten Bilder haben eine faszinierende Kraft auch dadurch, dass sie auf das Wesentliche reduziert und dennoch voller ästhetischer Empfindungen sind. Manches versteht man nicht sogleich.

Den ersten Platz in der Kategorie „Vögel“ gewann Siegmar Bergfeld mit einem Silberreiher. Die moderne Komposition in schemenhaftem Weiß markiert ein kleines gelbes Auge. „Oh Gott, das Bild hat einen Fleck“, sagte ein Museumsmitarbeiter beim Auspacken. Andere Bilder sind aufregend, etwa die „101 Krokodile“ des Spaniers Ignacio Medem Seghers, sie brauchen immerhin drei Tage, um den massigen Kadaver eines Nilpferdes restlos zu vertilgen. Viele Fotos überraschen oder sind einfach nur zum Schmunzeln wie der Flamingo vom Holländer Jasper Deest. Der karibische Flamingo schaut sich interessiert die Socken an, die eine Tierärztin über seine verletzten Füße gestülpt hat. Zum Nachdenken regt die Kategorie „Mensch und Natur“ an: Gleich nebeneinander hängen die „Trophäenjagd“, mit der Britta Jaschinski Wildtierprodukte geißelt, und die „Zukunft in Händen“ von Joan de la Malla: Zehn junge Orang-Utans werden in einem Reha-Zentrum in Borneo per Schubkarre vom Schlafplatz in das Dschungelgehege gebracht und fühlen sich, obgleich neugierig, sichtbar wohl. „Das ist unser Ziel, mit dieser Ausstellung für Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren. Zudem kann sie unsere Dauerausstellungen ergänzen und passt ausgezeichnet zum Konzept des Kulturzentrums“, sagt Wappenschmidt.