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Rhein-Kreis: IHK legt Konjunkturbericht vor - Corona-Auswirkungen dramatisch

Konjunktur im Rhein-Kreis Neuss : Wirtschaftslage so schlecht wie 2009

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ihren Konjunkturbericht vorgelegt. Er steht ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Mit einer Erholung der Situation rechnen die meisten erst für 2021.

Die Zahlen liefern Grund zur Sorge – einerseits. Durch die Corona-Pandemie ist die Wirtschaft in der Region in eine tiefe Krise gerutscht. Die Lage ist so schlecht wie 2009, die Erwartungen der Unternehmen sind pessimistisch, mit einer Erholung rechnen die meisten erst für 2021. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht hervor, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein am Mittwoch zusammen mit der IHK Düsseldorf vorgestellt hat. Knapp 800 Betriebe mit rund 75.000 Beschäftigten haben von Anfang bis Mitte Juni an der Umfrage teilgenommen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, betont: „Der Einbruch ist zurzeit mit der Wirtschaftskrise 2009 vergleichbar.“ Damals seien die Werte im Konjunkturbericht aber noch dramatischer gewesen. Das ist das Andererseits.

Man kann das als kleinen Mutmacher verstehen. Aber in einer exportstarken Region wie dem Rhein-Kreis Neuss haben die durch die Corona-Pandemie bedingte weltweite Wirtschaftskrise, Grenzschließungen und gestörte Lieferketten merklich Spuren hinterlassen. Hinzu kommt, dass ein Ende der Pandemie noch nicht in Sicht ist. „Vieles hängt davon ab, dass die Weltwirtschaft wieder anspringt“, sagt Steinmetz.

Im Vergleich zur Gesamtregion – zum IHK-Bezirk fehlen Mönchengladbach, Krefeld und dem Kreis Viersen – sei die Lage im Rhein-Kreis Neuss zumindest ein wenig besser. Zwar melden nur noch 20 Prozent der Betriebe derzeit eine gute Geschäftslage, 44 Prozent bezeichnen ihre Situation als schlecht. Das sind Negativ-Werte, die zuletzt im Spätsommer 2009 erreicht wurden. Allerdings rechnen nur 17 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung der Werte in den nächsten zwölf Monaten, 62 Prozent hingegen mit einer Verschlechterung. Und es sei nicht absehbar, ob der Tiefpunkt der Krise bereits erreicht sei. Zumal die Lagebewertung der Großunternehmen in der Region mit mehr als 500 Mitarbeitern noch deutlich schlechter sei als in der Gesamtwirtschaft.

Von der Wirtschaftskrise betroffen sind alle Branchen. Die schlechte Geschäftslage wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus. Fast jeder dritte Betrieb im Rhein-Kreis geht laut Konjunkturbericht davon aus, seine Mitarbeiterzahlen in den nächsten zwölf Monaten zurückzuschrauben. Aber es zeige sich auch, dass viele alles dafür tun, um ihren Mitarbeiterstamm halten zu können.