Rhein-Kreis: Experten sprechen im Nahverkehrsausschuss über Situation von Straßen und Schiene

Mobilität im Rhein-Kreis : Mobiler auf Straße, Schiene und Radweg

Im Nahverkehrsausschuss ging es um Straßenbau, neue Züge und ein Radwegeleitsystem für das Revier.

Ob bald alles besser wird, bleibt abzuwarten. Doch neue Zügen für den RE8 (Mönchengladbach-Koblenz), für deren Steuerung bereits jetzt 36 Zugführer ausgebildet werden, kündigte Benjamin Ey, Leiter Verkehrsvertragsmanagement der DB Region NRW, den Mitgliedern des Nahverkehrs- und Straßenbauausschusses an. Gekommen war der Manager auf Einladung der Verwaltung. Vorausgegangen war dafür ein Antrag der SPD-Fraktion im März. Deutlicher konnte an diesem Nachmittag das Kernproblem der Bahnnutzer nicht dargestellt werden. Denn Ey kam als berufsbedingter Bahnkunde zu spät zur Sitzung.

So konnte zunächst Christoph Jansen, Leiter der Niederlassung Mönchengladbach von Straßen.NRW, über die Projekte berichten, die der Landesbetrieb gerade abarbeitet und die anstehen. Es ging um die Erhöhung der Mehrspurigkeit der A57 (so Neuss-West bis Neuss-Hafen, Neuss-Hafen bis Anschlussstelle Norf, Neuss-Süd bis Dormagen), um den Ausbau von Bundes- (so die Ortsumgehung Sinsteden, die im Herbst fertig sein soll) und Landesstraßen, den Radschnellweg von Neuss über Düsseldorf nach Langenfeld. Bei einem Projekt, dem sechsspurigen Ausbau der A46 vom Autobahnkreuz Holz bis Neuss-West, den Jansen als dringlich einstufte, konnte er jedoch nur sagen, dass das vom Ministerium nicht so gesehen werde. Das, so hoffe er, werde sich aber im Rahmen der Maßnahmen zum Strukturwandel vielleicht noch ändern.

Benjamin Ey legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die Linien R8 und RB27, sprach von durchschnittlichen Verspätungen von 1,4 Minuten (RE8) und 2,2 Minuten (RB27), von Zugausfallquoten, die beim RE8 bei zwei, bei der RB 27 bei vier Prozent lägen und versprach Verbesserung zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember. Dann bekäme der RE8 neue Züge, die „alten“ würden dann für die RB 27 genutzt. Das waren sie in der Vergangenheit schon ersatzweise, was dazu geführt hatte, dass beide Linien nicht „komplett“ fahren konnte. Die Folge: Überfüllung. „Aber bevor ein Zug ausfällt, ist es besser, er fährt nur halb“, sagte Ey.

Mobiler mit dem Rad, und das nicht nur in der Freizeit, sondern auch als Berufspendler, ist das Thema von Bündnis 90/Die Grünen. Dazu forderte die Fraktion, die „umgehende Entwicklung einer Konzeption eines Radwegeleistsystems mit Radschnellwegen nach niederländischem Vorbild für das gesamte Rheinische Revier“. Dem stimmten im Ausschuss alle Fraktionen zu, auch die CDU nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung.

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