Rhein-Kreis: Bestand an öffentlich geförderten Mietwohnungen betrug zum 31. Dezember 2018 11.400

Kreissozialausschuss : Zu wenige Sozialwohnungen im Rhein-Kreis Neuss

Seit 2014 sind 1879 Wohneinheiten aus der Sozialbindung herausgefallen. Von 2014 bis 2018 wurden 1055 Wohnungen gefördert.

Insgesamt nicht zufrieden waren die Mitglieder des Kreissozialausschusses mit den neuesten Zahlen zur Förderung von sozialem Wohnungsbau. Die Aktivitäten sind in den einzelnen Kommunen des Kreises sehr unterschiedlich. Grevenbroich und Neuss liegen weit vorne: In Grevenbroich wurde im vergangenen Jahr immerhin 43 Förderzusagen erteilt, 2017 waren es 31 gewesen.

Spitzenreiter ist die mit Abstand größte Stadt im Rhein-Kreis Neuss: In Neuss wurden im Vorjahr 215 Zusagen erteilt – 2017 waren es lediglich 35 gewesen. Schlusslichter sind Dormagen, Jüchen, Rommerskirchen und Meerbusch – in diesen Kommunen hatte es im Vorjahr keine einzige Förderzusage für den geförderten Mietwohnungsbau gegeben.

„Es muss noch eindeutig mehr passieren“, mahnte Dirk Rosellen von der FDP. Er bezeichnete es als erschreckend, dass in vier Kommunen im vergangenen Jahr keine einzige geförderte Wohnung entstanden ist. Der Gesamtbestand an öffentlich geförderten Mietwohnungen im Rhein-Kreis belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 11.400 Wohnungen. Der immer größeren Nachfrage nach solchen erschwinglichen Wohnungen steht die Tatsache gegenüber, dass immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Gründe sind entweder planmäßiger Tilgungsablauf oder ein Ende der Nachwirkungsfrist bei vorzeitiger Rückzahlung der Fördermittel.

Das Dilemma: Seit dem Jahr 2014 sind 1879 Wohneinheiten kreisweit aus der Sozialbindung herausgefallen, insgesamt wurden von 2014 bis 2018 1055 Wohnungen gefördert. Damit ist der Bestand an Sozialwohnungen deutlich zurückgegangen. Besonders gravierend ist das Fehlen von Sozialwohnungen in Dormagen, wie folgende Zahlen verraten: Von 2014 bis 2018 sind 478 Wohnungen aus der Bindung gefallen, diesem Wegfall stehen lediglich vier neue geförderte Wohnungen gegenüber. Dabei mangelt es nicht unbedingt an Fördergeldern: Landesweit stehen für das laufende Förderjahr 1,28 Milliarden Euro zur Verfügung – in den beiden Vorjahren waren es jeweils 1,1 Milliarden Euro gewesen.

Der Rhein-Kreis Neuss bekam in einer ersten Tranche 2,6 Millionen Euro zur Förderung von Eigenheimen, 20,6 Millionen Euro für die Förderung von Mietwohnungsbau und 2,336 Millionen für Modernisierungsmaßnahmen zugeteilt. Im Rhein-Kreis wurden, so die Unterlagen, 2017 217 neue Mietwohnungen gefördert.

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