Rhein-Kreis bei der Weiterbildungs- und Fachmesse: Mit der WeFa 4.0 am 10. Juli gestärkt in die Zukunft

Rhein-Kreis bei der Weiterbildungs- und Fachmesse : Mit der WeFa 4.0 gestärkt in die Zukunft

Auf der Weiterbildungs- und Fachmesse in Tönisvorst können sich Interessierte am 10. Juli über die neuesten Weiterbildungen informieren. Unter anderem stehen Fachberater der Arbeitsagenturen zum Austausch bereit.

Herr Schmitz ist seit vielen Jahren im kaufmännischen Bereich eines Mittelständlers tätig. Seit einiger Zeit merkt er, dass die Digitalisierung auch in seinem Arbeitsbereich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Um nicht von dieser Entwicklung „überholt“ zu werden, möchte er sich gerne entsprechend weiterbilden – um so die Vorteile digitalisierter Arbeitsabläufe nutzen zu können.

Nächstes Beispiel: Frau Heidemanns ist Mutter von drei Kindern, alle besuchen inzwischen mindestens die Grundschule. Nun möchte sie wieder ins Berufsleben einsteigen, allerdings nicht mehr in den alten Job. Sie interessiert sich besonders für die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten und im Bereich Büro- oder Projektassistenz tätig zu werden.

Herr Schröder hat früher auf dem Bau gearbeitet. Doch sein Körper macht die schwere Arbeit nicht mehr mit. Momentan ist er arbeitslos. Von einem Bekannten hat er erfahren, dass er sich möglicherweise zum Fahrlehrer umschulen lassen könnte. Aufgrund seiner Affinität zu Autos, Motorrädern und Lkw – er ist bereits im Besitz aller nötigen Führerscheine – wäre das womöglich sogar sein Traumberuf.

Diese drei fiktiven Fälle zeigen, wie breit die Themen-Palette der Weiterbildungs- und Fachmesse „WeFa 4.0“ am Mittwoch, 10. Juli, in Tönisvorst ist. Menschen wie Herr Schmitz, Frau Heidemanns oder Herr Schröder sind willkommen, ebenso wie Vertreter von Unternehmen und Weiterbildungsexperten. Insbesondere die Fachberater der Arbeitsagenturen und Jobcenter werden zum informellen Austausch erwartet. Um möglichst gezielt zu beraten, wurde die Veranstaltung zeitlich zweigeteilt (siehe Info-Kasten). Organisiert wird die Messe vom BZ – Bildungszentrum Tönisvorst (auf dessen Gelände die Messe auch stattfindet) und vom Technologiezentrum Glehn, kurz TZG.

„Es handelt sich um eine Premiere“, betont TZG-Geschäftsführer Norbert Kothen: „Zum ersten Mal schließen sich die Weiterbildungsträger aus dem Rhein-Kreis Neuss, dem Kreis Viersen sowie den Städten Krefeld und Mönchengladbach zusammen, um die Vielfalt und Leistungsstärke des Angebotes der Weiterbildungsträger in der Region zu präsentieren.“ Geographisch abgedeckt ist somit der gesamte Kammerbezirk der IHK Mittlerer Niederrhein, die diese Veranstaltung unterstützt.

Durch die gemeinsame Initiative und „Hand in Hand“ hätten alle 30 Anbieter aktueller Qualifizierungen die Messe organisiert und finanziert, betont Andreas Böhm vom BZ. „Die Anbieter von Fahrerlizenzen engagieren sich darüber hinaus mit einem Shuttle-Service, der die Besucher von verschiedenen Standorten in den genannten Städten und Kreisen zur Messe fahren.“

Ulrike Groth von der Beschäftigungsförderungsgesellschaft Rhein-Kreis Neuss ist nach eigener Aussage ein „Fan des Lernens“. Neben dem Hauptmotto der Veranstaltung „Lebenslanges Lernen“ vertritt sie zudem die Meinung, dass „die Jacke passen muss“. Soll heißen: Mit der individuell passenden Lernform ist es jedem möglich, Lernen ins Leben zu integrieren „und mit Freude Erfolge zu erzielen“. Hierin liegt für sie auch eine Antwort auf die naheliegende Frage, warum beispielsweise Menschen aus Rommerskirchen nach Tönisvorst im Kreis Viersen fahren sollten, um sich über einen Weiterbildungs-Träger aus Mönchengladbach oder Krefeld zu informieren. „Da nicht alles überall angeboten wird, kann es durchaus Sinn machen, für die Wunsch-Weiterbildung auch mal etwas weitere Strecken zu fahren.“ Norbert Kothen drückt es so aus: „Wir wollen weg vom Kirchturmdenken.“

Dabei spielt auch der Fachkräftemangel eine Rolle. Der Bedarf an gut ausgebildetem Personal in den Betrieben steigt weiter an. „In vielen Branchen ist der Fachkräftemangel bereits angekommen. Dreh- und Angelpunkt ist die Investition in Aus- und Weiterbildung, strategisch geplant, gefördert durch die Agentur für Arbeit“, so der TZG-Geschäftsführer. Ein weiterer aktueller Aufhänger ist zudem das im Januar in Kraft getretene „Qualifizierungschancengesetz“. Es bietet Beschäftigten die Möglichkeit, ihr berufliches Vorankommen gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber zu gestalten. „Die Förderung stärkt berufliche Fortbildungen ganz gezielt durch Finanzierungsmittel und eröffnet so tolle Chancen“, sagt Norbert Kothen.

Vor diesem Hintergrund soll die Messe nun allen Besuchern die Chance bieten, ergänzt sein Tönisvorster Kollege Andreas Böhm, sich mit Fachberatern der Bildungsinstitute auszutauschen und Informationen zu aktuellen Qualifizierungen aus erster Hand zu erhalten. Zusätzlich können sich die Besucher auch gleich über die Fördermöglichkeiten am Stand der Arbeitsagentur und Jobcenter beraten lassen, ein kostenloses Bewerbungsfoto machen lassen, in Fahrzeugsimulatoren ihr Können testen und vieles mehr. Neben den BZ-Gebäuden am Tempelsweg 40 im Stadtteil in St. Tönis stehen dafür auch ein eigens geordertes Großzelt sowie die Außenanlagen zur Verfügung.

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