Rhein-Kreis Neuss: Rabatt bei Regenwahrscheinlichkeit

Rhein-Kreis Neuss: Rabatt bei Regenwahrscheinlichkeit

rhein-kreis neuss (jk) Den Titel seiner Diplom-Arbeit muss man schon zweimal lesen: "Analyse der Nachfrage und Implikationen für das Pricing im Sportmarketing, dargestellt an der Tennis-Bundesliga". Übersetzt heißt er so viel wie: "Wie können Tennis-Vereine ihre Karten geschickter an den Mann bringen?"

Als Christian Weigang - Typ: hoch aufgeschossen, Schirmmütze - nach einem Thema seiner Abschlussarbeit an der Hochschule Niederrhein suchte, war ihm zunächst eines klar: "Ich spiele selbst Tennis und wollte was mit Tennis machen."

Ein Professor legte dem Student des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen schließlich das Thema ans Herz - also begann der 27-Jährige zu recherchieren. Eine Diplom-Arbeit mit regionaler Bedeutung. Schließlich spielen mit Blau-Weiß Asics Neuss, Blau-Weiß Krefeld und dem Rochus-Club Düsseldorf gleich drei Clubs vom Niederrhein in der 1. Tennis-Bundesliga.

"Wichtige Einflussfaktoren sind die Temperatur und der Wochentag", sagt Weigang. Einer seiner Vorschläge: Einführung von Karten-Vorverkauf und Dauerkarten.

Damit überträgt der Verein das Schlecht-Wetter-Risiko auf die Zuschauer. Zudem entwickelte der Student ein Modell, mit dem sich zukünftige Zuschauermengen vorhersagen lassen. Durch flexible Preisgestaltung können die Vereine dann auch die Ticket-Nachfrage beeinflussen.

Die Besucherzahlen in der Tennis-Bundesliga schwanken stark. Um herauszufinden, wodurch sie beeinflusst werden, analysierte der Krefelder alle Begegnungen in den Spielzeiten 2005 und 2006.

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Für Blau-Weiß Neuss hat der Student einen Zuschauerschnitt von 1350 im vergangenen Jahr ermittelt (2005: 1400).

Insgesamt telefonierte er mit mehreren Funktionären der zehn Bundesligavereine. Befragt wurden sie zu einem Dutzend Faktoren wie Ticket-Preisen, Mannschaftsaufstellung anhand des ATP-Ranking, sportlicher Situation, geographischer Entfernung zum nächsten Verein und anderem mehr.

Wie sich zeigte, war der Wochentag eines Spiels neben der Temperatur am Spielort die entscheidende Größe für den Zuschauerbesuch. An Sonntagen kommen mehr als an Freitagen. Kompensiert werden könnte das, so Weigang, indem die Freitags-Spiele günstiger angeboten werden.

Sinnvoll sei auch das Schnüren von Preisbündeln, indem mit der Eintrittskarte zugleich ein Getränk oder der Anspruch auf einmalige Nutzung der vereinseigenen Tennisplätze erworben werde. "Auf diese Weise können auch neue Mitglieder akquiriert werden", sagt Weigang.

(NGZ)
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