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Prognose: Es werden noch gute Geschäfte erwartet

Prognose: Es werden noch gute Geschäfte erwartet

Einmal pro Halbjahr befragt die WGZ BANK gemeinsam mit den Volks- und Raiffeisenbanken die mittelständischen Unternehmer im Rheinland und in Westfalen nach ihren Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr. Trotz erster konjunktureller Eintrübungen ist die Stimmung beim Mittelstand offenbar noch hervorragend, denn das Stimmungsbarometer kletterte im Vergleich zum Vorhalbjahr um 1,7 Zähler auf 113,7 Punkte und damit auf einen neuen Rekordwert.

Die Antriebsfeder der guten wirtschaftlichen Entwicklung sieht Thomas Löcker, Leiter des Bereichs Firmenkunden in zwei Faktoren: "Vor allem die positive Entwicklung des Außenhandels sowie eine noch zufriedenstellende Binnennachfrage trieben das Wachstum der mittelständischen Firmen voran." Allerdings sind aktuelle Ereignisse wie die Verschärfung der Schuldenkrise in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie die daraus folgenden Börsenauf- und Abschwünge in dieser Umfrage noch nicht berücksichtigt.

Positive Geschäftslage

Befragt hat die WGZ BANK rund 800 mittelständische Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die erneut eine positive Geschäftslage gemeldet haben. Dabei hat sich die Stimmung in den Betrieben sogar weiter verbessert: 54 Prozent beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, bei der vorangegangenen Befragung waren es nur 45 Prozent gewesen. 12 Prozent betrachteten die Geschäftslage sogar als sehr gut – im Vorjahr fällten 11 Prozent der Befragten dieses Urteil. Unzufrieden war lediglich jeder 20. der Befragten.

In Punkto Geschäftsaussichten waren die Erwartungen etwas gedämpfter: eine Mehrheit von 60 Prozent erwartet keine schwerwiegende Änderungen. Allerdings: Immerhin jedes dritte Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft, lediglich 4 Prozent erwarten eine Verschlechterung in Sachen Auftragslage.

Als größtes Problem bezeichnen die mittelständischen Unternehmen aktuell die stark gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten: fast jeder zweite der Befragten, knapp 46 Prozent, gab an, dass die vorausschauende Kalkulation dadurch erheblich erschwert würde. Eine weitere große Belastung ist nach Ansicht der Unternehmen die hohe Belastung durch bürokratische Auflagen. Immerhin 35 Prozent sehen dieses Problem als gravierend an. Eine ähnliche hohe Anzahl von Unternehmen hält den verschärften Wettbewerb für problematisch.

Doch allen Herausforderungen zum Trotz: Wie zuversichtlich die Unternehmen in die Zukunft blicken, zeigt gerade die Investitionsneigung der Mittelständler, die erneut angezogen ist. Investierten in der vergangenen Befragung noch 27 Prozent der Unternehmen, so sind es aktuell gar 32 Prozent. Die Anzahl der Betriebe, die ihre Investitionen dagegen zurückfahren, lag bei 13 Prozent (Vormals: 14 Prozent). Insgesamt ersetzten die Unternehmen überwiegend bestehende Anlagen (60 Prozent), 26 Prozent erweiterten dagegen ihre Anlagen.

Gut gerüstet

Dabei greifen die Unternehmen vermehrt auf eigene Mittel zurück. Die Zahl der Unternehmen, deren Eigenkapitalquote über 30 Prozent liegt, ist von 34 auf 41 Prozent gestiegen. "Die Unternehmen haben den wirtschaftlichen Aufschwung genutzt, um ihre Eigenkapitalquote zu verbessern", unterstreicht auch Thomas Löcker. Und das zeigt wiederum, warum sie auch einer eventuellen Konjunktureintrübung gelassen entgegen sehen: sie sind einfach für die kommenden Entwicklungen gut gerüstet.

(NGZ)