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Wenn sich Köln und Düsseldorf näher kommen: Patt: Bindeglied ist der Kreis Neuss

Wenn sich Köln und Düsseldorf näher kommen : Patt: Bindeglied ist der Kreis Neuss

Von Friedhelm Ruf

Von Friedhelm Ruf

Dass sich Köln und Düsseldorf näher kommen, ist für Landrat Dieter Patt eine große Chance für den Kreis Neuss. Allerdings müsse der Kreis handeln. "Wir müssen uns auf unsere Stärke besinnen und die Kräfte bündeln", sagte Patt gegenüber der NGZ. Sonst sei der Kreis als Gesprächspartner nicht mehr interessant und werde an Bedeutung verlieren. "Der Zug darf an uns nicht vorbeifahren", so Patt.

Die Annäherung zwischen Köln und Düsseldorf findet für Patt vor dem Hintergrund um die Diskussion des neuen Europas der Regionen statt. Dabei gebe es verschiedene Stichworte für Regionen. "Regionen, die festgelegt sind und einen gesetzlichen Auftrag haben, sind die Kreise. Auch die Verwaltungsmodernisierung hält daran fest. Die Kreise üben eine starke Schutzfunktion aus, was die Selbständigkeit und kommunale Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden angeht", sagte Patt.

Kreise seien allein zuständig für überörtliche Angelegenheiten. Deshalb würde der Kreistag auch über die Zusammensetzung des Bezirksplanungsrates und des zukünftigen Regionalrates mit entscheiden. "Kreise sind aber nur da erfolgreich, wo sie mit einer Stimme für alle Städten und Gemeinden sprechen können. Wer dem Kreis schaden und ihn schwächen will, der schwächt sich selbst".

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Verbindungen

Alles spreche über Regionen, aber sie würden vielfältig definiert, etwa als Region Düsseldorf./.Mittlerer Niederrhein oder als Euregio oder Euroga, als Regierungsbezirk oder Land. Jetzt gebe es eine neue regionale Verbindung, die zwischen Köln und Düsseldorf. "Das Bindeglied ist der Kreis Neuss. Wir grenzen unmittelbar an Düsseldorf und Köln." Außerdem gebe es weitere strukturelle Verbindungen: der Rhein und die Häfen, die Flughäfen, die Verkehrsanbindung über die Autobahn 57, der Eiserne Rhein.

Zudem gebe es emotionale, kirchliche und geschichtliche Gemeinsamkeiten. "Der entscheidende Punkt ist der Rhein, der uns verbindet." Dass sich Köln und Düsseldorf nun näher kommen, liege auch an den neuen Stadtspitzen. "Große Chancen liegen darin, wenn die Bürgermeister miteinander kooperieren und auch Grenzen überschreiten wollen." Grenzen seien zum Beispiel die unterschiedlichen Regionen, denen beide Städte angehören, unterschiedliche Verkehrsverbünde und Bezirksregierungen.

Selbstverwaltung

Dies alles finde vor dem Hintergrund eines Umbaus der kommunalen Selbstverwaltung statt. "Es müssen Kooperationen im Sinne von Netzwerken entstehen." Dabei hätten die Oberbürgermeister interessante Stichworte genannt, die mehr seien als Häfen und Flughäfen: Sparkassen, Ver- und Entsorgung, Tourismus und Events. "In diesem Konzert mitzuspielen, bedingt, dass wir uns einig sind", sagte Patt. Es werde neue Metropolen geben mit einem neuen Typ von Urbanität. "Die haben ganz andere Einzugsgebiete, die mehrere Millionen umfassen."

Köln habe 962.507 Einwohner, in Düsseldorf lebten 568.855 Menschen und im Kreis Neuss 443.071. "Die Zahlen sprechen für sich", meinte Patt mit einem Blick auf die gemeinsamen Einwohnerzahlen von Düsseldorf und Kreis Neuss. Welche Konsequenzen ein Umbau der Kommunalen Selbstverwaltung hat, machte Patt am Beispiel von Stuttgart deutlich. Dort gebe es eine regionale Zusammenarbeit mit einem eigenen Regionalparlament, das ausschließlich für regionale Themen zuständig sei. In Frankfurt und Hannover sei ähnliches in Vorbereitung.

"Das erfolgreiche Konzept des weitsichtigen Kreistagsabgeordneten Alfons Kranz müssen wir wieder aufnehmen: Der Kreis muss wie eine Großstadt auftreten und handeln, auch wenn wir es in der Abstimmung im Vergleich zu den Großstädten mit acht Städten und Gemeinden schwieriger haben. Bei allem bietet sich die große Chance, dass kreative Leute sich erfolgreich einbringen können", sagte Patt.