Initiative gegen Flugroute: Osterather kämpfen gegen Lärm

Initiative gegen Flugroute : Osterather kämpfen gegen Lärm

"Wir sind viel zu spät aufgewacht", stellte am Donnerstag im Osterather Hof Christoph Lange fest. Doch jetzt, wenige Wochen vor der nächsten Fluglärmkommission, formiert sich auch im Meerbuscher Westen der Widerstand gegen den Fluglärm, insbesondere gegen die in der Erprobung befindliche Flugroute Modru X.

Dem Aufruf Langes und des Juristen Dr. Günther Radtke, die zu Sprechern der neuen Initiative gegen Fluglärm ernannt wurden, waren rund 200 Betroffene gefolgt. Der große Saal war damit hoffnungslos überfüllt. Die Versammelten erkannten die Expansionswünsche des Flughafens als erstes Ziel, gegen das sich ganz Meerbusch wenden müsse. Auch der grüne Landtagsabgeordnete Oliver Keymis forderte "gemeinsamen Druck gegen die Expansionswünsche eines innerstädtischen Flughafens".

Da müsse es einfach auch Grenzen geben, und die seien erreicht. Die beschworene innerstädtische Einigkeit fand allerdings bei Modru X ihre Grenzen. Diese Route müsse noch in der Erprobungsphase verhindert werden. Wenn sich in Lank-Latum 500 Menschen über Fluglärm beschwerten, müssten zugleich 1000 Osterather klagen.

Da Osterath im Landesentwicklungsplan als einziger größerer Stadtteil als nicht betroffen kartiert sei, müssten die anderen Verständnis dafür haben, dass dort auch künftig nicht geflogen werden dürfe. Um das gewünschte Resultat zu erzielen, verteilten die beiden Organisatoren nicht nur an alle Teilnehmer Unterschriftenlisten, sondern auch ein Telefonverzeichnis.

Neben der Beschwerdestelle und dem Beauftragten des Flughafens dürfen sich künftig auch die Flugsicherung, der Bürgermeister und die Fraktionen über Anrufe freuen. Mit den Protestlisten hofft Lange rund 6000 Unterschriften gegen den Lärm zu sammeln. Anlaufstelle ist das Buch- und Kunstkabinett Mönter am Kirchplatz.

Aufgerüttelt hatte viele Osterather, dass sie jetzt erstmals die "Propagandaschrift des Flughafens", die Zeitschrift "von hier aus", bekamen. "Wir gehören ja jetzt auch dazu", formulierte eine Anwesende lakonisch.

(NGZ)
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