1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Schüler lesen Zeitung: Nimm mich mit!

Schüler lesen Zeitung : Nimm mich mit!

Bettikum - Lautes Hundegebell dringt an mein Ohr. Viele Augen sehen mich erwartungsvoll an. Hier im Tierheim Bettikum, einem der wenigen Tierheime im Rhein-Kreis-Neuss, warten rund hundert Tiere auf ein neues Zuhause. Zuerst gehe ich zu den Katzen. Sie leben zu jeweils fünft in einem Raum, wo sie zusammen fressen, trinken, schlafen und spielen können. Im Kleintierhaus riecht es leicht nach Kot und Urin. Es gibt mehrere Ställe für Kaninchen, Meerschweinchen und einen Hamster. Die Hunde leben allein oder zu zweit in einem Zwinger. Als ich durch ihre Reihen gehe, gucken mich einige von ihnen mit ihren großen Augen traurig an, die meisten jedoch bellen aggressiv.

An der Rezeption treffe ich die Leiterin des Tierheims, Monika Provaznik. Von ihr erfahre ich, dass es 1972 von der Stadt Neuss und dem Tierschutzverein gegründet wurde. Heute leitet sie es mit Hilfe ihrer fünf Mitarbeiter und vielen ehrenamtlichen Helfern. Darunter befinden sich auch viele Jugendliche, die vor allem am Wochenende kommen, um die Gehege zu reinigen, die Tiere zu füttern oder einen Hund auszuführen. Es gibt allerdings auch andere Arten, das Tierheim zu unterstützen, zum Beispiel, indem man eine Patenschaft übernimmt, bei der man wahlweise fünf bis fünfundzwanzig Euro im Monat bezahlt.

Was tut man aber, wenn einem selbst ein Tier zuläuft oder man eins findet? "Als erstes sollte man zu uns fahren, wir kümmern uns darum", so Provaznik. Darunter versteht sie, das Tier zu impfen und es, falls nötig, eine Woche später zu kastrieren oder zu sterilisieren. Eine weitere Woche später wird es zur Vermittlung frei gegeben, es sei denn, es besteht eine akute Ansteckungsgefahr für die anderen Lebewesen. Dann kommt es zuerst in Quarantäne. Möchte man sein gefundenes Tier jedoch selbst behalten, ist es trotzdem Pflicht, es zu melden, sonst macht man sich wegen Unterschlagung strafbar.

Monika Provaznik erzählt mir, dass ihr Tierheim im Jahre 2000 wegen des Landeshundegesetztes überfüllt war. Dies war der einzige Fall, bei dem sie Leute, die ihren Hund abgeben wollten, zurückschicken musste. Doch das ist lange vorbei.