Niederrhein-Musikfestival unter dem Motto „Musikalische Welten unterwegs“

Programm des Niederrhein-Musikfestival : Musikreise geht bis zum Balkan

Der Kartenverkauf für das Niederrhein-Musikfestival „Musikalische Welten unterwegs“ startet am Samstag, 1. Juni.

Als Anette Maiburg vor 15 Jahren das Niederrhein-Musikfestival aus der Taufe hob, hatte sie ebenso wie ihre Mitstreiter sicherlich auf ein langes Leben ihres musikalischen „Kindes“ gehofft. Aber dass es aktuell nicht nur die Pubertät (fast) verlässt und dann auch noch größer wird als jemals gedacht, ist wohl doch eine Überraschung. Oder doch die Folge intensiver Sponsorenwerbung, wie Manfred Stadler als Vorsitzender des unterstützenden Freundeskreises meint?

Wie auch immer. Im 15. Jahr weist das Programm des Niederrhein-Musikfestivals neun Konzerte auf, die an acht (bisher sechs) Veranstaltungsorten stattfinden. Schloss Dyck bleibt der Stammsitz, dafür sprechen auch die beiden Konzerte, die den Auftakt des Festivals am 25. August mit „Tango im Schloss“ und eine Woche später, am 1. September, den Einstieg in das Thema der aktuellen Reihe mit den „Gypsy Dreams“ markieren: Musik vom Balkan wird dominieren.

Für die Klarinettistin Maiwald, die das Programm gemeinsam mit ihrem Partner Rafael Schwarzstein (ebenfalls Klarinettist) vorstellte, ist es nicht allein die Konzertbeteiligung als Musikerin, die sie antreibt. Schon in den vergangenen Jahren hat sie das Augenmerk auf eine Region gelegt (etwa Lateinamerika), nun holt sie Musik und Musiker aus dem Balkan an den Niederrhein – ohne daraus allerdings ein Dogma zu machen.

Denn Konzerte wie mit dem Vokalensemble „Singer Pur“ und dessen Arrangements von Kompositionen des Rockmusikers Sting („Fields of Gold“) oder der Kastagnettenvirtuosin Friederike von Krosigk („iDanza!“) zeigen den Blick der beiden Programmmacher über das angepeilte Ziel hinaus. Konzerte wie „Mozartovic!“, eben „Gypsy Dreams“ oder „Akkordeon pur!“ haben dagegen vor allem einen Zweck: Sie sind eine musikalische Hommage sowohl mit Musik wie auch Musikern an den Balkan.

Friederike von Krosigk spielt mit Kastagnetten. Foto: Ira von Weinrauch

Zu den Aufführungsorten Schloss Dyck, Kirche Wickrathberg in Mönchengladbach, Robert-Schumann-Saal Düsseldorf, Stammenmühle in Nettetal und Langen Foundation auf der Raketenstation gesellen sich zwei weitere: der Tuppenhof in Kaarst und Haus Hall in Hückelhoven.

Jürgen Rau vom Förderverein Tuppenhof hat seine anfängliche Skepsis längst überwunden und nickt begeistert zu den Worten Maiwalds: „Natürlich wollen wir, dass die Musik zum Ort passt!“ Für Kaarst heißt das: Das Publikum im alten Bauernhof wird sich nach Spanien und Lateinamerika versetzt fühlen.

Der Tuppenhof in Kaarst ist ein neuer Spielort beim Niederrhein-Musikfestival. Dort heißt es „iDanza!“. Foto: Klaus Stevens
Akkordeonist Dragan Ribic wurde für das Konzert in 50 Zuhörer fassenden Stammesmühle in Nettetal eingeladen. Foto: Claudia Gerhard

Im Fall von Haus Hall trafen die Bemühungen der Festivalmacher um Ausweitung exakt auf den Wunsch von Hausherr Max von Büllersheim, ein Konzert in der eigenen Scheune oder gar auf dem Hof als Benefizkonzert des Lions Club Selfkant zu organisieren. So heißt es dort nun mit dem Auftritt des Ensembles Uwaga! am 22. September „Classic goes Groove“.

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