Rhein-Kreis Neuss: NGG fordert mehr Kontrollen gegen Mindestlohn-Prellerei

Rhein-Kreis Neuss : NGG fordert mehr Kontrollen gegen Mindestlohn-Prellerei

Im Rhein-Kreis Neuss gibt es offenbar weiterhin Unternehmen, die ihren Beschäftigten weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 8,84 Euro pro Stunde zahlen. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten jetzt (NGG) mit. Die NGG Krefeld-Neuss verweist dabei auf eine Bilanz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim zuständigen Hauptzollamt Krefeld. In dessen Bereich leiteten die Beamten im vergangenen Jahr insgesamt 22 Ermittlungsverfahren gegen Arbeitgeber ein, die gegen das Mindestlohngesetz verstoßen haben.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft sei das jedoch lediglich die "Spitze des Eisbergs". Die Dunkelziffer liege deutlich höher. "Es kann nicht sein, dass im dritten Jahr nach seiner Einführung noch immer viele Menschen unterhalb des gesetzlichen Minimums verdient haben", kritisiert Regionalchefin Manja Wiesner. Sie beklagt zugleich eine mangelnde Kontrolldichte beim Zoll. Dies zeige gerade der Blick auf das Gastgewerbe. "2017 wurden im gesamten Bereich des Krefelder Zolls 156 Betriebe der Branche geprüft. Allein im Rhein-Kreis Neuss gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur jedoch 662 Hotels, Gaststätten und Restaurants", erklärt Wiesner.

Zwar gelte in der Branche in NRW nicht der gesetzliche, sondern ein tariflicher Mindestlohn von derzeit 9,25 Euro pro Stunde. Dennoch müsse der Zoll Präsenz zeigen, um "tricksenden Arbeitgebern einen Strich durch die Rechnung zu machen". Man brauche "deutlich mehr Kontrollen, um betrügerischen Chefs das Handwerk zu legen", fordert Wiesner.

(NGZ)
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