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Neuss: Schweizer PR-Offensive stellt "Rhein als Lebensader" in den Mittelpunkt

Schweizerisches Generalkonsulat - Sommerempfang : Schweizer PR-Offensive auf Neusser Boden

Die „Lebensader Rhein“ verbindet die Nachbarn und Wirtschaftspartner. Das schweizerische Generalkonsulat gab seinen Sommerempfang in Neuss. Landrat Petrauschke und Jürgen Steinmetz von der IHK vertraten lokale Interessen.

Die Schweiz ist ein wichtiger Wirtschaftspartner. Mit 111 Unternehmen im Kammerbezirk der IHK Mittlerer Niederrhein belegen die Eidgenossen Platz vier hinter den Niederlanden (452), Greater China (256) und den USA (143), aber noch vor Großbritannien (103). Für eine Region mit einem Exportanteil der Industrie von 50 Prozent seien, so IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, internationale Wirtschaftskontakte äußert wertvoll. Folgerichtig gehörte der frühere oberste Wirtschaftsförderer im Rhein-Kreis jetzt gemeinsam mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zu den Gästen beim Sommerempfang des schweizerischen Generalkonsulats in Neuss.

Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und diplomatischen Korps waren ins Hotel Crowne Plaza geeilt, um bei schweizerischen Spezialitäten zu prüfen, „was uns verbindet“. Die Antwort war mit Blick aus dem Fenster klar: der Rhein. „Unsere Lebensader“, wie es der aus Basel angereiste Regierungsrat Baschi Dürr formulierte. Der Strom sei nicht nur für die schweizerischen Rhein-Häfen wichtig, „sondern für das ganze Land“.

Christina Ringer diskutiert mit Staatssekretär Schulte (v. l.), Hafen-Chef Hans-Peter Hadorn, Schweiz, und Regierungsrat Baschi Dürr. Foto: Ludger Baten

Der Rhein-Schifffahrt wird in Deutschland ebenso große Bedeutung beigemessen. Würde die heute auf dem Rhein transportierte Fracht auf dem Landweg bewegt werden müssen, so hatte Hendrik Schulte ausgerechnet, wären dazu täglich 350 komplette Güterzüge oder 20.000 Lastkraftwagen erforderlich. Die gute Nachricht, die der Staatssekretär aus dem nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium mitgebracht hatte: Die Kapazität des Rheins ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Er könnte die doppelte Verkehrsmenge aufnehmen. Muss er nach Ansicht von Steinmetz auch: „Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss die Güterverkehre von der Straße aufs Wasser bringen.“

Mit Alphorn-Spieler Ebasa Pallada (v. l.) aus Köln vermitteln Staatssekretär Hendrik Schulte, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Generalkonsul Urs Hammer und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz Schweiz-Feeling. Foto: Ludger Baten

An der „Lebensader Rhein“ spielen die nordrhein-westfälischen Häfen eine Hauptrolle. Allen voran Duisburg, wo jährlich rund 65 Millionen Tonnen umgeschlagen werden. Schulte wurde nicht müde, die Leistungsfähigkeit des größten Binnenhafens zu rühmen, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er in Personalunion ist. Auf den Plätzen folgen die Häfen Neuss-Düsseldorf (12 Millionen Tonnen) und Köln (10). Schulte ist sich sicher: Die Gütermengen werden steigen.

Alle paar Jahre kommt das schweizerische Generalkonsulat mit Sitz in Frankfurt nach Neuss, um seinen Sommerempfang auszurichten. Neuss laufe man als Schweizer gern an, so Generalkonsul Urs Hammer, „weil es dort mal ein Swissôtel gab“. Das Hotel wird heute als Crowne Plaza geführt, doch nicht weit entfernt lässt der schweizerische Großkonzern Nestlé seine Thomy-Produkte im Neusser Hafen fertigen.