Neuss: Bürger sehen laut Studie der FOM Dortmund Künstliche Intelligenz skeptisch

Umfrage der FOM Dortmund : Neusser vertrauen Robotern nicht

Eine aktuelle Studie zeigt, dass 60 Prozent der Neusser Künstlicher Intelligenz gegenüber skeptisch sind. Auch ein Großteil der 17 bis 23-Jährigen sorgen sich vor Fremdsteuerung.

Die Neusser Bürger gelten bekannterweise als äußerst traditionsbewusst. Nicht nur wegen der intensiven Brauchtumspflege, die mit dem großen Heimatfest jährlich ihren Höhepunkt findet. Allerdings soll gleichzeitig ein angestaubtes, altbackenes Image in jedem Fall verhindert werden. Darum lautet die Devise, die auch in der Verwaltung stets betont wird: Neuss meistert den Spagat zwischen Tradition und Moderne!

Doch Moment. Offenbar stehen die Neusser Bürger nicht allen modernen Errungenschaften offen gegenüber. Das soll zumindest eine aktuelle Studie der FOM-Hochschule in Dortmund beweisen, in der das Thema Künstliche Intelligenz behandelt wurde. Das Ergebnis: Rund 90 Prozent der Neusser haben zumindest schon mal von Künstlicher Intelligenz gehört. Allerdings: 60 Prozent stehen Robotern und Co. skeptisch gegenüber und wollen sich auch in Zukunft lieber auf menschlichen Fachverstand verlassen, 55 Prozent haben Sicherheitsbedenken und 29 Prozent sprechen sogar von Angst.

Bei der Umfrage haben Studierende des Neusser Hochschulzentrums rund 900 Menschen befragt. In Face-to-Face-Interviews erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und Haushalt.

Männer wissen mehr über Künstliche Intelligenz als Frauen. Die sogenannte Generation Y – also die Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde – kennt sich am besten aus und „Traditionalisten“ am wenigsten – was klingt wie lauter Klischees, hat sich in der FOM-Umfrage bestätigt. Auch einige überraschende Ergebnisse kamen unter der wissenschaftlichen Leitung von Oliver Gansser zu Tage: 55 Prozent der Teilnehmer halten Künstliche Intelligenz für nützlich, dennoch gaben nur 15 Prozent an, bereits Produkte mit Künstlicher Intelligenz zu nutzen. Bei Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss haben rund 29 Prozent noch nie von dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ gehört.

Mehr als die Hälfte der befragten Neusser hält Künstliche Intelligenz für nützlich, gleichzeitig hat jedoch ebenfalls mehr als die Hälfte Sicherheitsbedenken. Wertet man diese Fragen nach Generationen aus, zeigt sich, dass sich selbst bei den 17- bis 23-Jährigen der Großteil der Befragten (57 Prozent) vor einer Fremdsteuerung besorgt zeigt.

Gansser: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Deutschland nach wie vor äußerst zwiespältig beim Thema Künstliche Intelligenz sind. Da scheint es auf Seiten der Unternehmen und der Forschung also noch großen Nachholbedarf bei der Kommunikation dieses zukunftsbestimmenden Themas zu geben.“