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Rhein-Kreis Neuss: Nacktfoto-Affäre: Ende des Prozesses nicht in Sicht

Rhein-Kreis Neuss : Nacktfoto-Affäre: Ende des Prozesses nicht in Sicht

Der Prozess gegen einen suspendierten Polizeibeamten aus dem Rhein Kreis Neuss zieht sich weiter in die Länge. Donnerstag sollte am Landgericht Düsseldorf das Verfahren fortgesetzt werden, es gab jedoch gleich mehrere Pannen - eine Zeugin fehlte unentschuldigt, zudem konnte die zuständigen Sachverständigen nicht wie geplant ihr Gutachten vorlegen. Jetzt soll frühestens Mitte August ein Urteil verkündet werden.

Wie sehr das juristische Hick-Hack an den Nerven der Beteiligten zehrt, war Donnerstag am Gesichtsausdruck des Angeklagten deutlich sichtbar. Immer wieder schlug der 54-Jährige die Hände vors Gesicht. Seit 2009 sieht er sich immensen Vorwürfen ausgesetzt. Als Beamter der Wache in Dormagen soll der aus Jüchen stammende Familienvater einer jungen Fußgängerin ein "unmoralisches Angebot" gemacht haben.

Die zur Tatzeit 21-Jährige soll nämlich bei "Rot" über eine Fußgängerampel gegangen sein. Daraufhin soll der Polizist sie angehalten und ihr ein "Knöllchen" angedroht haben - verbunden mit dem Angebot, auf ein Verwarngeld zu verzichten, wenn sie ihm ein Nacktfoto schicken würde. Daraufhin soll die junge Frau eingegangen sein. Per SMS soll sie ihm eine Aufnahme von ihrem entblößten Unterleib geschickt haben. Für den Beamten war die Angelegenheit damit laut Staatsanwaltschaft aber noch nicht erledigt. Er soll der 21-jährigen in der Folgezeit immer wieder Sex-SMS geschickt haben - solange, bis die junge Dormagenerin zur Polizei ging und Anzeige erstattete.

Seit 2009 ist der Beamte nunmehr vom Dienst suspendiert. Donnerstag sollte ein früherer Kollege von ihm als Zeuge Licht ins Dunkel bringen. Allerdings hatte er von der verhängnisvollen Begegnung nur bedingt etwas mitbekommen. Eine andere Frau, die ebenfalls vom Angeklagten Sex-SMS bekommen haben soll, tauchte Donnerstag als Zeugin gar nicht erst auf. Sie soll nun von der Polizei zwangsweise im Gericht vorgeführt werden.

Bis Mitte August soll darüber hinaus auch das Glaubwürdigkeitsgutachten der Sachverständigen vorliegen. Sie sollte eigentlich schon Donnerstag ihr Gutachten erstatten, hatte aber nach eigenen Angaben vom Gericht nicht die nötigen Papiere erhalten, um im Neusser Alexius-Krankenhaus recherchieren zu können. Frühestens am 12. August soll nun das Urteil verkündet werden.

(anch)