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Rhein-Kreis Neuss: "Musizieren macht Spaß"

Rhein-Kreis Neuss : "Musizieren macht Spaß"

Ab August startet die Musikschule des Rhein-Kreises ein Pilotprojekt mit dem vom Land geförderten Programm „Jedem Kind sein Instrument“. Musikschulleiter Harald Nickoll sprach mit der NGZ über die Angebote der Musikschule und das neue Projekt, das an zwei Grundschulen beginnt.

Herr Nickoll, welche Rolle spielt die musikalische Frühförderung?

Nickoll Für mich spielt sie eine besondere Rolle für die Entwicklung des Kindes, vor allem bei Sprache, Vokalisation und Artikulation. Sie beeinflusst das Lesen- und Schreibenlernen, kurbelt die Koordination der Hirnhälften an – und macht nebenbei noch richtig Spaß.

Welche Angebote machen Sie Eltern und Kindern?

Nickoll Es geht mit dem Babykurs für Einjährige los, wo wir viel mit Bewegung und Farbe arbeiten, geht mit den Musikflöhen 1 und 2 weiter und endet bei der musikalischen Früherziehung für Vier- bis Sechsjährige. Da ist dann kein Erwachsener mehr dabei; in den anderen Kursen betreiben wir praktisch eine Kulturförderung auf ganzer Ebene.

In welchem Alter sollten Kinder mit einem Instrument beginnen?

Nickoll Sobald sie Buchstaben lesen können, also ab der Einschulung. Es gibt natürlich Einschränkungen: Wer noch seine Milchzähne verliert, kann nicht mit Tuba beginnen.

Sie kooperieren mit über 20 Grundschulen im Kreisgebiet – wie sieht diese Kooperation genau aus?

Nickoll Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen stellen die Schulen Gruppen zusammen, die wir vor Ort unterrrichten. Es gibt aber auch das Lehrer-Leasing, bei dem wir einen Lehrer für ein Jahr ausleihen.

Sie sind jetzt auch beim vom Land geförderten Programm „Jedem Kind sein Instrument“ dabei. Wie kommt das?

Nickoll Das ist ein einmaliger Pilot, mit dem die Ausweitung des Projekts übers Ruhrgebiet hinaus getestet werden soll. Seit einem halben Jahr gibt es die Möglichkeit, diese Landesmittel zu beantragen.

Ab August lernen die Viertklässler der Korschenbroicher Andreasschule und der Kastanienschule in Hoeningen ein Instrument. Warum sind ausgerechnet diese beiden Schulen dabei?

Nickoll In Rommerskirchen haben wir schon vor Jahren an den drei Grundschulen eine Probephase absolviert. In Rommerskirchen sind wir willkommen und können Neues etablieren, bei dem wir selbst noch dazulernen müssen. Man darf nicht vergessen: Es gibt Gegner und Befürworter des Projekts.

Welches ist der größte Vorteil?

Nickoll Wir erreichen so Kinder, die sonst keinen Kontakt zur Musik bekämen. Dabei können sich darunter Supertalente verbergen, die sich später auch bei uns anmelden.

Unter welchen Instrumenten können die Schüler wählen?

Nickoll Nach einem ersten Theoriejahr mit Grundausbildung werden relativ unkomplizierte Instrumente erlernt: Blockflöte, Gitarre oder Geige. Das sind auch aktuell die Trend-Instrumente.

Heiko Schmitz führte das Gespräch.