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Viertes Benefizkonzert zugunsten sozialer Randgruppenarbeit: Musik ist so bunt wie die Welt

Viertes Benefizkonzert zugunsten sozialer Randgruppenarbeit : Musik ist so bunt wie die Welt

Wenn sich junge Musiker der heimischen Region für ein Straßenkinderprojekt in Sri Lanka (Initiative Sarvodaya) und die Neusser Hospizarbeit unentgeltlich engagieren, ist das aller Ehren wert. Wenn sie das auch noch auf einem erfreulich hohen Niveau tun, dann verbinden sich Einsatz und Wirkung in einer glücklichen Symbiose. Das von der Neusser Ärztin Dr. Jana Pavlik initiierte und inzwischen von der Agentur "Go Benefiz" (ehrenamtlich) organisierte Konzert zugunsten sozialer Randgruppenarbeit in Neuss und in aller Welt präsentierte - bereits zum vierten Mal - den knapp 200 Zuhörern im Zeughaussaal insgesamt 18 junge Musiker-Persönlichkeiten im Alter von sechs bis 25 Jahren.

Sie alle haben gemeinsam, dass sie in den vergangenen zwei, drei Jahren bei dem immer wieder vielversprechende Talente hervorbringenden Wettbewerb "Jugend musiziert" Höchstpreise erzielen konnten. Wenn im Folgenden einige Namen repetiert werden, kann das allen teilnehmenden Musikern nicht gerecht werden, denn in ihrer Altersklasse bestachen sie allesamt mit außergewöhnlichen Leistungen. Aber es mag ein wenig von Atmosphäre und Literatur des höchst unterhaltsamen Abends vermitteln. Einen besinnlichen Prolog gestaltete Heike Schuch (20) mit dem Präludium der 5. Solosuite c-moll für Cello.

Die Maria Kliegel-Schülerin stellte den hohen Maßstab in technischer wie interpretatorischer Hinsicht vor, den alle folgenden Jungkünstler ihrem Alter entsprechend ausfüllten. Heike Schuch (Cello) und Desirée Brodka (Gesang) waren zugleich auch Ausnahmen, denn ansonsten beherrschte das Piano die Szene. "Musik ist so bunt wie die Welt" war das Motto. Was an diesem Abend im Zeughaus darunter verstanden wurde, zeigten besonders unmittelbar Lisa Schulz (20) und Manuel Seng (19). Sie spielten Klavier vierhändig "Mozart goes to town" von Clifford Benson. Bekannte Mozartzitate wurden kurz intoniert, um dann fulminant, teils ironisierend, verjazzt zu werden.

Tatsächlich bot das weit mehr als dreistündige Konzert Klaviermusik vom Barock über Klassik und Neue Musik bis zum Jazz. Köstlich, mit welcher Sicherheit die drei Brüder Thomas (6), Richard (8) und Michael (9) Ruzicka jeweils nach Solovortrag sich zu einem sechshändigen "Boogiefestival" am Flügel verständigten. Zu den kleinen "Wunderkindern" gehörten auch die Geschwister Kiveli (7) und Danae (11) Dörken. Von Danae gibt es bereits zwei CDs; im Zeughaus spielte sie mächtig zupackend oder ruhig abgeklärt und lyrisch die Ballade opus 118 Nr. 3 von Johannes Brahms.

Ganz große Klaviermusik auch von Nageeb Gardizi (25), der (2002 beschloss er sein Klavierexamen mit Auszeichnung) zwei "Préludes" von Claude Debussy spielte. Über diese Beispiele hinaus reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt im Programm. Und einen solchen gab es auch nach dem Konzert: Die Besucher fanden sich im stilvoll geschmückten Zeughaus-Foyer zu einem opulenten und delikaten italienischen Buffet ein. Nima

(NGZ)