1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Region hat viel Wachstumspotenzial: Mittelständler denken langfristig und suchen Sicherheit

Region hat viel Wachstumspotenzial : Mittelständler denken langfristig und suchen Sicherheit

Der Großraum Düsseldorf ist für Banken ein höchst interessantes Pflaster. "Nordrhein-Westfalen ist nicht nur das bevölkerungsreichste, sondern auch das wirtschaftsstärkste Bundesland", stellt André Weber, Leiter der Niederlassung Düsseldorf der BHF-Bank, fest. Über Düsseldorf oder Köln hinaus seien einige Regionen noch nicht recht in ihrer Bedeutung erkannt worden.

Die BHF-Bank sieht daher in der Region noch viel Wachstumspotenzial. Um dieses zu nutzen, hat das Haus vier neue Mitarbeiter eingestellt, die sich um die Kunden kümmern. Die BHF-Bank betreut insbesondere mittelständische Unternehmer und deren Familien, aber auch Vorstände von großen Firmen und Unternehmer, die sich zur Ruhe gesetzt haben. Die Finanzexperten der Bank haben daher einen profunden Einblick in die Strategien der Unternehmenslenker.

André Weber, Niederlassungsleiter der BHF Bank.

Mittelständler denken langfristig, beobachtet Weber. Die Familien haben ihr Vermögen oft über Generationen aufgebaut. "Die Kunden suchen bei der Geldanlage daher nach Wegen, die ihnen große Sicherheit geben, dabei aber auch attraktive Renditen", sagt Weber. Kunden, die kurzfristiger zu Vermögen gekommen sind, wollen hingegen ihr Geld eher chancenorientiert anlegen, stellt der Bankexperte fest.

Allen rät er, "das Ganze im Blick zu haben, nicht nur Europa". Einen Schwerpunkt für Investments sieht die BHF zurzeit in den Schwellenländern. "Sie zeichnen sich durch nachhaltiges Wachstum aus, sind aber in deutschen Depots oft untergewichtet." Dabei könne man heute diese Märkte gut und risikobewusst über Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds = börsengehandelte Indexfonds) abbilden.

Es gibt auch Möglichkeiten, indirekt in die Emerging Markets zu investieren. Die BHF-Bank zum Beispiel wird demnächst einen Fonds begeben, der in Markenunternehmen investiert, die gut in den Schwellenländern vertreten sind. Dazu zählen Namen wie das Modeunternehmen Louis Vuitton oder Konzerne aus der Lebensmittelbranche, etwa McDonald's.

Über die Geldanlage hinaus versteht sich die BHF-Bank als Betreuer ihrer Kunden auch in anderen Belangen. Anders als viele andere Privatbanken betreut die BHF ihre Mittelstandskunden nicht nur bei der Geldanlage, sondern auch im Firmenkundengeschäft. "Wir wollen den Unternehmerfamilien in allen Facetten zur Seite stehen", erklärt Weber die Strategie.

Die Bank begleitet Mittelständler zum Beispiel auch auf dem Weg zur Börse. Sehr erfolgreich sei der Start von Derby Cycle gelaufen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben, gemessen am Gesamtumsatz, der größte Fahrradproduzent in Deutschland und wächst insbesondere im Segment der Elektrofahrräder. "Wir begleiten Unternehmer auch bei Akquisitionen und Fusionen und bei der Regelung der Nachfolge", betont Weber.

Derzeit gehört die BHF-Bank noch der Deutschen Bank. Zuletzt war ein Verkauf an die liechtensteinische LGT Gruppe im Gespräch. Dies ist wieder vom Tisch. Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank kündigte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann an, dass eine Entscheidung über die Zukunft der BHF-Bank zeitnah folgen soll. Alle Optionen würden geprüft.

(NGZ)