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Rhein-Kreis Neuss: Mit neuen Partnern weiter wachsen

Rhein-Kreis Neuss : Mit neuen Partnern weiter wachsen

Der Vorstand der RheinLand-Versicherung über das Geschäftsjahr 2010, die Flexibilität eines mittelständischen Versicherungs-Unternehmens, Erfolge als Spezialversicherer und eine Vertragsverlängerung mit der Santander Consumer Bank.

Frau Stöcker, Herr Buchbender, Herr Klanten, Sie strahlen Zufriedenheit aus. Dabei musste die RheinLand-Gruppe Beitragsrückgänge von 798 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2009 auf 723 Millionen im Geschäftsjahr 2010 verkraften. Das schockt Sie offenbar nicht?

Jutta Stöcker 2009 war ein außergewöhnliches Jahr. Wir haben besonders von der Abwrackprämie profitiert, die zu einem enormen Abschluss von Restkredit- und Kaufpreisversicherungen führte. Das hat sich im Geschäftsjahr 2010 wieder auf Normalmaß eingependelt: Der bessere Vergleich ist also jener mit dem Geschäftsjahr 2008. Denn im Verhältnis dazu haben wir 32 Millionen Euro mehr Beiträge eingenommen. Das zählt.

Der Vorstand lobt seine soliden Ergebnisse und erhebt Kontinuität und Stabilität zum Wert. Das ist nicht sexy. Haben Sie nicht Angst, als langweilig eingestuft zu werden?

Udo Klanten Im Gegenteil. Gerade im Bereich der Kapitalanlagen ist vorausschauendes Handeln der Schlüssel zu gesicherten Erträgen. Deshalb liegt beispielsweise unsere Aktienquote bei kaum einem Prozent.

Christoph Buchbender Wir haben einen Gewinn von 11,8 Millionen Euro nach Steuern erwirtschaftet. Das ist ein gutes Ergebnis, und solide ist es auch. Um das alles zu erreichen, haben sich alle 1300 Mitarbeiter und Generalagenten mächtig ins Zeug gelegt. Unsere Innovationskraft auf der Produktseite ermöglicht es uns, für unsere Kunden interessante Angebote zu entwickeln.

Stöcker Wir zahlen zum fünften Mal in Folge einen Euro Dividende inklusive Bonus je Aktie. Das entspricht einer Verzinsung von 3,4 Prozent. Ich finde, das ist sehr erfreulich.

Die RheinLand-Gruppe weist einen Kapitalanlagebestand von 1,4 Milliarden Euro aus. Wie sicher sind Ihre Anlagen angesichts der Tatsache, dass einige europäische Staaten wackeln?

Klanten Wir haben keine Papiere aus Irland, Portugal oder Griechenland im Depot. Unser Investment in Spanien beträgt 8,5 Millionen Euro, in Italien ist es eine Million. Wir gehen von einer 100-prozentigen Rückzahlung aus. Die Papiere der so genannten PIIGS-Staaten machen bei uns gerade einmal 0,5 Prozent des Gesamtvolumens aus. Da müssen wir nicht nervös werden.

Sie sprechen gern von Innovationskraft und ...

Buchbender ... wir besitzen sie auch. Unsere Kaufpreisversicherung haben wir bis heute 348000 Mal verkauft. Das ist das erfolgreichste Produkt in der Geschichte der RheinLand. Jetzt haben wir die Mietnomadenversicherung auf den Markt gebracht. Sie bietet Vermietern Schutz für den Fall, dass sogenannte Mietnomaden mutwillig beschädigte oder verwahrloste Wohnungen hinterlassen. Das Interesse ist — besonders bei Haus- und Grundbesitzervereinen — verständlicherweise groß. Dieses Produkt wird in dieser Form derzeit von keinem anderen Versicherungsunternehmen angeboten!

Es bleibt aber dabei, dass der Preisdruck die Kfz-Versicherungen zu einem schlechten Geschäft macht?

Buchbender Das ist grundsätzlich richtig. Wir wissen dies aber auszugleichen, beispielsweise mit der angesprochenen Kaufpreisversicherung sowie mit dem neuen Werkstatt-Tarif. Der begünstigt zum einen unsere Kunden, wenn sie bereit sind, ihr Fahrzeug im Falle einer Reparatur in einer zertifizierten Werkstatt unseres Vertragsnetzes reparieren zu lassen. Zum anderen hat dies auch für die RheinLand den Vorteil der Kosteneinsparung bei der Schadenregulierung. Mittelfristig ist es unser Ziel, mit diesen Maßnahmen eine deutliche Verbesserung im Ergebnis der schlecht verlaufenden Kfz-Sparte zu erreichen.

Was ist aus der Deutschland-Rente geworden? Läuft die noch?

Buchbender Natürlich, sie läuft zufriedenstellend. 2010 haben wir 6000 Verträge abgeschlossen. Die Zahlen des ersten Halbjahres 2011 deuten darauf hin, dass wir dieses Jahr 7500 neue Verträge abschließen werden.

Wie sehen Sie die RheinLand im Konzert der Versicherer aufgestellt?

Buchbender Da lohnt ein differenzierter Blick. Im klassischen Geschäft der Kfz- und Gebäudeversicherung liegen wir etwa im Marktdurchschnitt. Aber wo wir uns auf Nischen fokussiert haben, liegen wir ganz vorn: Dies gilt einerseits für attraktive Produkte, mit denen unser Außendienst erfolgreich ist, und andererseits für das Geschäft mit Restkreditversicherungen. In diesem Bereich ist es uns gelungen, uns als Spezialversicherer zu positionieren und erstklassige Konzepte und Dienstleistungen anbieten zu können.

In diesem Geschäftsfeld sind Sie aber von einem Großkunden, der Santander Consumer Bank, abhängig. Lässt Sie das nicht unruhig schlafen?

Buchbender Nein, wir freuen uns vielmehr, dass wir aktuell den Vertrag mit Santander erneut um drei Jahre bis Ende 2014 verlängern konnten. Das gibt uns Sicherheit. Außerdem gewinnen wir neue, potente Kunden hinzu: die Zurich und die Gothaer-Versicherung, die Callas-Group aus den Niederlanden, die Ikano-Bank, für die Ikea einer der wichtigsten Geschäftspartner ist, sowie auch die Neusser Bank11. Sie sehen, wir stellen uns hier insgesamt breiter auf und akquirieren intensiv. Mit den genannten Neukunden planen wir für die nächsten drei Jahre einen Umsatz von deutlich über 100 Millionen Euro.

Wie wird 2011? Wie geht es 2012 für die RheinLand weiter?

Stöcker Wir sind davon überzeugt, auch im Jahr 2011 ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Für 2012 sind wir trotz schwieriger Märkte optimistisch. Als mittelständische Versicherungsgesellschaft sind wir in der Lage, uns schnell auf die Marktherausforderungen einzustellen. Unsere Zahl an Auszubildenden soll auf einhundert junge Menschen steigen — das tut unserem Unternehmen gut.

Klanten All dies geschieht auch künftig auf soliden Fundamenten, da wir unsere konservative und Risiken vermeidende Anlagestrategie konsequent fortsetzen werden.

Ludger Baten führte das Gespräch.

(NGZ)