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Rhein-Kreis Neuss: Mit dem Arbeitsmarkt geht es 2014 aufwärts

Rhein-Kreis Neuss : Mit dem Arbeitsmarkt geht es 2014 aufwärts

Im Rhein-Kreis liegt die Arbeitslosenquote mit 6,5 Prozent auf niedrigem Niveau – Mönchengladbach kämpft mit einer doppelt so hohen Quote.

Im Rhein-Kreis liegt die Arbeitslosenquote mit 6,5 Prozent auf niedrigem Niveau — Mönchengladbach kämpft mit einer doppelt so hohen Quote.

Mehr sozialversicherungspflichtige Anstellungsverhältnisse, schrumpfende Bevölkerungszahlen — und trotzdem mehr Arbeitslose: Diese auf den ersten Blick mathematische Unmöglichkeit hat das Jahr 2013 dem hiesigen Arbeitsmarkt beschert. Der Satz, den Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, gestern den Dezember-Zahlen beifügte ("Der Arbeitsmarkt ist stabil, dennoch fehlt es ihm derzeit noch wenig an Dynamik") war im abgelaufenen Jahr regelmäßig so zu hören. Und doch fördert eine Analyse der Zahlen diesmal einige überraschende Erkenntnisse zutage.

ARBEITSLOSE 2013 war für Angela Schoofs ein "Übergangsjahr". Im Dezember waren 14 933 Mönchengladbacher sowie 14 784 Menschen im Rhein-Kreis, der mit zum Agenturbezirk zählt, arbeitslos gemeldet — 8,7 Prozent, in absoluten Zahlen 2367 Menschen, mehr als Ende 2012. Der Anstieg gegenüber November fiel, bedingt durch die milderen Temperaturen, zwar moderater als gewöhnlich aus, unter dem Strich steht dennoch: Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit stieg von 28 225 im Jahr 2012 um 5,1 Prozent auf 29 674 in 2013.

SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIG BESCHÄFTIGTE Scheinbar paradox: Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben, an. Das gilt für Gladbach und den Rhein-Kreis gleichermaßen. 219 146 waren es im ersten Quartal 2013 (die neuen Zahlen erhält die Agentur erst Mitte Januar), 1,2 Prozent mehr als im ersten Quartal 2012 (216 589 Beschäftigte).

DYNAMIK Eine der Hauptursachen für die scheinbar widersinnigen Zahlen: Zwar verlieren weniger Menschen ihre Arbeit — es finden aber auch (noch) weniger Menschen eine. Der Zufluss in die Arbeitslosenstatistik ist also ebenso gebremst wie der Abfluss, es stellt sich Stagnation ein. Hauptgrund dafür ist wiederum, dass aufgrund der konjunkturellen Skepsis weniger offene sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet wurden. 12 890 solcher Stellen warb der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur und der Jobcenter 2013 ein, 7,5 weniger (1095) als 2012.

LEIHARBEIT Ein weiterer interessanter Aspekt, der vor allem die gesunkene Zahl der eingeworbenen offenen Stellen relativiert: "Der Rückgang resultiert ausschließlich daraus, dass wir viel weniger offene Arbeitsstellen von Zeitarbeitsunternehmen erhalten haben", sagt Schoofs. Ziehe man diese 1220 Stellen ab, "haben wir sogar ein leichtes Plus".

PROGNOSE "Aufgrund der prognostizierten volkswirtschaftlichen Eckdaten kann 2014 von einer leichten Verbesserung ausgegangen werden", sagt Angela Schoofs. Noch mehr als bisher wolle die Agentur an Jugendliche herantreten. Programmatische Schwerpunkte setze man beim Übergang von der Schule zum Beruf, im Segment "Zweite Chance" (Menschen zwischen 25 und 35, denen eine Erstausbildung fehlt) und — dieser Ansatz ist neu — bei frisch Ausgebildeten, die nicht übernommen werden.

(NGZ)