Unfall-Statistik 2017: Mehr Verletzte bei Unfällen im Rhein-Kreis Neuss

Unfall-Statistik 2017: Mehr Verletzte bei Unfällen im Rhein-Kreis Neuss

Die Polizei hat am Montag die Verkehrsunfall-Bilanz für das Jahr 2017 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass es weniger Unfälle im Kreis gab, dafür aber mehr Verletzte. In Neuss gilt die Ecke Berliner Platz/Further Straße weiter als Schwerpunkt.

Im Rhein-Kreis Neuss gab es im vergangenen Jahr mehr Verletzte bei Verkehrsunfällen zu beklagen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Bilanz der Polizei hervor. Gleichzeitig sank jedoch die Anzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr um 64 auf 13.260. Bei diesen Zahlen ist aber zu berücksichtigen, dass bei zwei Busunfällen alleine 52 Schulkinder verletzt wurden. Die Zahl der tödlich Verunglückten blieb 2017 konstant bei zehn. "In der Statistik hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel verändert", fasste Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als Chef der Kreis-Polizeibehörde zusammen. Als besonders tragisch hob er einen Unfall im Mai hervor. Damals verloren auf der B230 bei Korschenbroich drei Menschen bei einem Zusammenstoß ihr Leben. Zwei Tote gab es zudem bei einem Motorrad-Unfall in Neuss zu beklagen. Im April waren zwei Personen von der Brücke Verschiebebahnhof in die Tiefe gestürzt. "Die Statistik kann uns nicht wirklich beruhigen. Wir sind nur bedingt zufrieden", sagte Petrauschke über die angestiegenen Zahlen bei Schwer- (von 304 auf 321) und Leichtverletzten (von 1316 auf 1414).

Als Unfall-Schwerpunkt in Neuss wird wie in den Jahren zuvor erneut die Ecke Berliner Platz/Further Straße angegeben. Auch wenn die Stadt bereits reagierte und mehrere kleine Maßnahmen (unter anderem wurde die Haltelinie etwas zurückgezogen) realisierte. In Kaarst gibt es nach Angaben der Polizei keine sogenannte Unfallhäufungsstelle. Dort ging die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten zurück: von 116 auf 102.

"Im landesweiten Vergleich fallen die Verunglücktenzahlen im Rhein-Kreis positiv aus", sagte Polizeioberrat Wolfgang Wewers als Leiter der Direktion Verkehr, der vor allem auf die erhöhte Unfallgefahr außerhalb geschlossener Ortschaften aufmerksam machte: "Dort sind die Folgen oft besonders schwer. Darum haben wir diese Bereiche verstärkt im Blick."

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Positiv: Die Anzahl der Beteiligungen von Fahrradfahrern an Verkehrsunfällen sank von 544 auf 479. Gleichzeitig waren jedoch mehr Pedelec-Fahrer beteiligt (von 19 auf 28). Die Polizei geht davon aus, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird. "Das wird ein Problem der Zukunft sein", sagt der Leitende Polizeidirektor Friedhelm Hinzen. Eine Zielgruppe für Pedelecs sind Senioren. Und die Polizei möchte auch in Zukunft weiterhin Programme für ältere Bürger anbieten, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen (die Anzahl der Unfälle mit Seniorenbeteiligung stieg von 862 auf 889). Das gilt jedoch nicht nur für Senioren-Angebote, sondern unter anderem auch für Schul-Projekte wie die Aktion "Toter Winkel" oder Radfahrausbildungen. "Wir werden alles daran setzen, die Anzahl der Unfälle zu reduzieren", sagt Hinzen, der an alle Verkehrsteilnehmer appelliert, sich während der Fahrt nicht abzulenken - unter anderem mit Telefonieren oder der Bedienung von Navigeräten - und keine Substanzen wie Alkohol oder Drogen zu sich zu nehmen, die die Reaktionsfähigkeit verringern können.

Und auch wenn es keine Helmpflicht gibt, rät Hinzen Fahrradfahrern dazu, stets einen Kopfschutz zu tragen. Abschreckendes Beispiel: Der einzige Fahrradfahrer, der 2017 im Rhein-Kreis bei einen Unfall ums Leben kam (im Januar an der Venloer Straße in Neuss), trug keinen Helm. Auffällig ist die hohe Anzahl von Fällen, in denen Fußgänger (38,2 Prozent) und Radfahrer (48,1 Prozent), die Unfälle selbst verursachten. "Darum werden diese Gruppen auch nicht von uns bevorzugt", sagt Wewers.

(NGZ)