Rhein-Kreis Neuss: Mehr Pflichten für Kreisjägerschaft

Rhein-Kreis Neuss: Mehr Pflichten für Kreisjägerschaft

Ein wenig Sorge bereitet Landrat Hans-Jürgen Petrauschke der Wegfall der Jagdsteuer schon. Nicht, dass der künftige Wegfall von zuletzt gut 100.000 Euro nun allzu große Probleme für den Kreisetat mit sich brächte: Petrauschke warf bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft in Haus Schellen in Pesch vielmehr die Frage auf, welcher Dauerbrenner nun künftig die Treffen der Jäger bestimmen würde.

Der Landtag ist nämlich kürzlich einer seit Jahr und Tag erhobenen Forderung der Jäger nachgekommen und hat die Jagdsteuer abgeschafft — wenn auch nicht auf einen Schlag, so doch schrittweise zum 1. Januar 2013. Damit einher geht nach den Worten von Peter Kallen, dem Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, "die Verpflichtung zu Leistungen, die nur als unverständlich bezeichnet werden kann", auch wenn es sich "bei den Gegenleistungen eigentlich um keine Belastung" handele. Schließlich seien diese von den Jägern in den vergangenen Jahren freiwillig übernommen worden.

"Rollende Waldschule"

Peter Kallen und Hans-Jürgen Petrauschke unterzeichneten daher jetzt eine Vereinbarung, in denen das bisherige Leistungsspektrum der Jäger nun zu deren Pflichtaufgabe erklärt wird.

Dies betrifft zum einen deren pädagogische Arbeit wie beispielsweise die "Rollende Waldschule". Deren Organisator Heinz Riedel wurde jetzt von der Kreisjägerschaft geehrt. Auch für die Entsorgung von Wildtieren, die Verkehrsunfällen zum Opfer fallen, sind die Jäger verantwortlich. Diese Aufgabe obliegt eigentlich den Straßenmeistereien und Kommunen, wird jedoch schon seit längerer Zeit von den Jägern übernommen — mit Ausnahme auf den Autobahnen. Darüber hinaus verpflichtet sich die Jägerschaft auch zur Verbesserung der Biotope für heimische Tierarten. Auch wenn es bis zur endgültigen Abschaffung der Jagdsteuer noch gut drei Jahre hin sind, können sich die Jäger schon bald über die ersten Konsequenzen aus der neuen Rechtslage freuen.

Neue Bescheide für Jagdsteuer

Nach Auskunft des Kreisjägerschaftsvorsitzenden Peter Kallen hat ihm Kreiskämmerer Ingolf Graul in der vergangenen Woche zugesichert, dass bereits im kommenden Monat mit neuen Bescheiden für die in den ersten drei Monaten des Jahres zuviel gezahlte Jagdsteuer zu rechnen ist.

(dhk)